Zwei Monitore, darauf ist jeweils eine Website zu sehen. Aufschrift: "Beitragsbild: Besonderheiten für Websites von Therapeut:innen und Coaches"
Wenn es um Deine Website geht, findest Du als Coach oder Therapeut:in online zahlreiche Tipps:
  • Schreibe Blog-Artikel
  • Verbessere SEO
  • Sammle Bewertungen
  • Zeige mehr Persönlichkeit

Jeder einzelne Rat klingt sinnvoll. Irgendwann raucht Dir allerdings der Kopf, weil es echt schwierig wird einzuschätzen, was genau für Deine Website und Dein Angebot das Richtige ist.

Das liegt selten daran, dass die Empfehlungen an sich falsch sind. Sie gehen nur häufig von einer Standardsituation aus, die für Dich nicht unbedingt passen muss. Eine Psychotherapie-Praxis verfolgt andere Ziele als ein Business-Coaching. Eine gut ausgelastete Kassenpraxis braucht etwas anderes als eine Selbstzahler-Praxis im Aufbau.

Bei Coaches und Therapeut:innen kommt noch etwas hinzu: Die Person hinter dem Angebot beeinflusst die Entscheidung stark. Und genau deshalb funktionieren viele allgemeine Website-Empfehlungen hier nur eingeschränkt.

In diesem Artikel möchte ich Dir deshalb keine weitere allgemeine Checkliste mit Website-Tipps geben. Stattdessen zeige ich Dir, wodurch sich Websites für Coaches und Therapeut:innen von anderen Websites unterscheiden und wie Du herausfindest, welche Empfehlungen für Deine eigene Website sinnvoll sind.

i 3 Inhaltsverzeichnis

Warum Websites für Coaches und Therapeut:innen anders funktionieren

Menschen entscheiden sich bei diesen Websites nicht nur für ein Angebot, sondern immer auch für die Person dahinter.
Bevor sie Kontakt aufnehmen, stellen sie sich meistens zwei Fragen:

1. „Wobei kann mir diese Person helfen?“

und

2. „Kann ich mir vorstellen, mit ihr zu arbeiten?“

Die meisten Websites beantworten vor allem die erste Frage. Bei Coaches und Therapeut:innen reicht das jedoch nicht aus. Deine Website sollte Interessierten auch dabei helfen herauszufinden, ob sie sich bei Dir gut aufgehoben fühlen.

Diese Elemente helfen dabei, sich ein realistisches Bild von Dir und Deiner Arbeitsweise zu machen:

  • Ein aktuelles Foto von Dir, damit Menschen sehen, wer sie im Gespräch erwartet.
  • Eine klare Beschreibung Deiner Arbeitsweise, damit sie einschätzen können, ob Dein Ansatz zu ihrem Anliegen passt.
  • Eine Sprache, die zu Dir passt. So vermittelt Deine Website schon einen ersten Eindruck davon, wie Du im persönlichen Kontakt bist.
  • Einblicke in Deine Praxis oder Dein Arbeitsumfeld, wenn Du vor Ort arbeitest.
  • Eine persönliche Über-mich-Seite, die mehr zeigt als Ausbildungen und Zertifikate – nämlich, wie Du arbeitest und was Dir wichtig ist.

Welche Empfehlungen für Deine Website wirklich passen, zeigt sich aber erst, wenn Du Dein Angebot, Deine Zielgruppe und Deine Arbeitsweise genauer ansiehst.

Drei Fragen, die Dir zeigen, welche Website-Tipps für Dich sinnvoll sind

Bevor Du einzelne Tipps für Deine Website umsetzt, solltest Du klären, was Deine Website überhaupt leisten soll. Dabei helfen drei einfache Fragen.

1. Was willst Du mit Deiner Website erreichen?

Viele wünschen sich mehr Anfragen. Doch mehr Besucher:innen sind nicht automatisch die Lösung. Entscheidend ist, was passiert, wenn Interessierte auf Deiner Website landen. Finden sie keine
Antworten auf ihre Fragen oder wird nicht deutlich, warum Dein Angebot zu ihnen passt, verlassen sie die Seite oft wieder, ohne Kontakt aufzunehmen.

Deshalb lohnt es sich, zuerst das eigentliche Ziel Deiner Website zu klären. Meistens geht es dabei um eines von diesen drei Themen:

1. Mehr Sichtbarkeit:Deine Website wird kaum besucht.
→ Dann geht es darum, überhaupt gefunden zu werden – zum Beispiel über passende Suchbegriffe, hilfreiche Inhalte, ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil oder Dein Netzwerk.

2. Mehr Klarheit für Interessierte: Menschen besuchen Deine Website, nehmen aber keinen Kontakt auf.
→ Mehr Besucher:innen helfen dann nicht weiter. Entscheidend ist, ob in wenigen Sekunden klar wird, für wen Du arbeitest, wobei Du unterstützt und wie Interessierte Kontakt mit Dir aufnehmen können.

3. Mehr passende Anfragen: Du erhältst Anfragen, aber sie passen nicht zu Deinem Angebot.
→ Dann hilft es, Dein Angebot klarer einzugrenzen und wichtige Informationen schon vor der ersten Kontaktaufnahme bereitzustellen.

Tipp

Ein Blick in ein Analyse-Tool wie Google Analytics, Matomo oder die Google Search Console kann dabei helfen, Deine eigene Situation besser einzuschätzen. Kommen nur wenige Menschen auf Deine Website, ist wahrscheinlich Sichtbarkeit das Thema. Kommen genügend Besucher:innen, aber kaum Anfragen, lohnt es sich, Aufbau, Inhalte und Nutzerführung genauer anzuschauen.

2. Arbeitest Du vor Ort oder online?

Ob Du Menschen in Deiner Praxis empfängst oder überwiegend online arbeitest, macht für Deine Website einen deutlichen Unterschied.

Bei einem Angebot vor Ort solltest Du Deine Website auf Deinen Ort oder Deine Region optimieren. Interessierte sollten Dich finden können, wenn sie nach Deinem Angebot in ihrer Stadt suchen.

Außerdem macht es Sinn, einen ersten Eindruck von Deinen Räumen zu zeigen und praktische Fragen rund um den Praxisbesuch zu beantworten.
Wichtig sind deshalb:

  • Keywords mit Ortsangaben, z. B. Paartherapie München
  • Ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil,
  • Fotos Deiner Praxis,
  • Informationen zu Lage, Anfahrt, Parkmöglichkeiten oder Barrierefreiheit
Website ist nicht gleich Website: Besonderheiten für Coaches und Therapeut:innen 1

Beispiel einer Kontaktseite: Informationen zu Anfahrt, Parkmöglichkeiten und Barrierefreiheit erleichtern Interessierten den Weg in die Praxis.

Wenn Du dagegen online mit Menschen aus ganz Deutschland arbeitest, verliert Dein Standort an Bedeutung. Dann werden andere Fragen wichtiger: Wie wirst Du überregional gefunden? Für welche Themen möchtest Du gefunden werden? Und wie schnell erkennen Interessierte, ob Dein Angebot zu ihnen passt?

3. Welche Rahmenbedingungen bringt Dein Angebot mit?

Wer Heilkunde ausübt, muss andere Vorgaben beachten als ein Coach. Das betrifft nicht nur Impressum oder Datenschutz, sondern auch die Texte auf Deiner Website. Heilversprechen oder garantierte Ergebnisse sind beispielsweise nicht erlaubt. Stattdessen geht es darum, Deine Arbeitsweise verständlich zu erklären und realistische Erwartungen zu vermitteln.

Aber auch unabhängig vom Heilmittel-Werbegesetz unterscheiden sich die Anforderungen. Eine Psycho­therapie-Praxis mit Kassensitz beantwortet auf ihrer Website häufig andere Fragen als eine Selbstzahler-Praxis. Business-Coaching richtet sich oft an Unternehmen und Entscheidende, während sich Einzelcoaching direkt an die Menschen wenden, die später auch die Zusammenarbeit buchen.

Merke

Von den Rahmenbedingungen hängt vieles ab: Welche Inhalte auf Deine Startseite gehören, welche Leistungen Du näher erklärst, wie persönlich Deine Über-mich-Seite sein sollte und welche Fragen Deine Website schon im Vorfeld beantwortet.

Vier typische Ausgangssituationen für Coaches und Therapeut:innen und welche Website dazu passt

Bis hierhin klingt das alles vielleicht noch theoretisch. Die folgenden Beispiele zeigen konkreter, welche Schwerpunkte sich für Deine Website je nach Angebot und Arbeitsweise ergeben.

1. Online-Coaching für Einzelpersonen

Wenn Du als Coach Menschen in ganz Deutschland erreichen möchtest, muss Deine Website vor allem eines schaffen: von den richtigen Menschen gefunden werden. Anders als bei einem Angebot vor Ort reicht es nicht, bei Suchanfragen aus Deiner Stadt sichtbar zu sein. Du konkurrierst mit Coaches aus vielen Regionen und damit meist auch mit deutlich mehr Angeboten.

Gerade wenn Du noch nicht bekannt bist, sollte Deine Website deshalb sehr klar vermitteln, was Du anbietest, für wen Dein Angebot gedacht ist und was Dich von anderen Coaches unterscheidet. Gute Inhalte können Dir dabei helfen, auch über Google, ChatGPT & Co. Menschen zu erreichen, die Dich vorher noch nicht kannten.
Diese Punkte helfen Dir schneller gefunden und angefragt zu werden:

  • Eine eigene Seite für jedes Angebot statt einer Sammelseite.
  • Blogartikel oder Ratgeber, die häufige Fragen Deiner Zielgruppe beantworten.
  • Eine klare Positionierung, damit Besucher:innen sofort erkennen, ob Dein Angebot zu ihnen passt.
  • Eine ausführliche Über-mich-Seite. Gerade im Online-Coaching entscheidet häufig auch die Persönlichkeit darüber, mit wem Interessierte zusammenarbeiten möchten.

Merke

Je größer Dein Einzugsgebiet ist, desto größer ist meist auch die Konkurrenz. Deine Website muss deshalb überregional gefunden werden und gleichzeitig einen guten Grund liefern, warum Interessierte gerade bei Dir buchen sollten.

2. Business-Coaching für Unternehmen

Bei einem Business-Coaching trifft die Person, die Deine Website besucht, häufig nicht allein die Entscheidung für eine Zusammenarbeit. Personalverantwortliche, Führungskräfte oder die Geschäftsleitung möchten zunächst einschätzen, ob Dein Angebot zu ihrem Unternehmen passt. Oft wird Deine Website anschließend intern weitergegeben und gemeinsam besprochen.

Deshalb stehen hier andere Informationen im Vordergrund als bei einem Einzelcoaching:

  • Referenzen und Fallbeispiele, die zeigen, mit welchen Unternehmen oder Branchen Du bereits gearbeitet hast.
  • Eine klare Beschreibung Deiner Leistungen und des Nutzens für das Unternehmen.
  • Informationen zu Deiner Qualifikation, Deinen Zertifizierungen oder Verbandsmitgliedschaften.
  • Eine klar erkennbare Kontaktmöglichkeit für Rückfragen, ein Erstgespräch oder eine konkrete Projektanfrage.

Auch Deine Persönlichkeit spielt eine Rolle – allerdings etwas anders als im Einzelcoaching. Unternehmen möchten wissen, mit wem sie zusammenarbeiten werden. Häufig zählen deshalb Deine Erfahrung und Deine Arbeitsweise mehr als eine ausführliche persönliche Geschichte.

3. Psychotherapie-Praxis mit Kassensitz

Viele Psychotherapeut:innen mit Kassensitz haben das Gefühl, dass eine Website für sie kaum eine Rolle spielt, weil die Nachfrage ohnehin hoch ist. Meine Erfahrung mit meinen Kund:innen zeigt oft etwas anderes:

Gerade im Praxisalltag kosten wiederkehrende Anfragen per E-Mail oder über Telefon Zeit. Viele Patient:innen möchten vorab wissen: Wie lange sind die Wartezeiten? Wie läuft ein Erstgespräch ab? Werden die Kosten übernommen? Welche Therapieformen werden angeboten?

Je verständlicher Deine Website diese Fragen beantwortet, desto besser können sich Interessierte orientieren und desto weniger Rückfragen entstehen.

Auf Deiner Website sollten diese Informationen deshalb schnell zu finden sein:

  • Eine verständliche Beschreibung Deiner Therapieform und Deiner Schwerpunkte.
  • Ein klar erklärter Ablauf von der ersten Kontaktaufnahme bis zum Therapiebeginn.
  • Hinweise zu Öffnungszeiten, Wartezeiten oder Aufnahmekapazitäten, sofern Du diese veröffentlichen möchtest.
  • Antworten auf häufig gestellte Fragen, zum Beispiel zur Kostenübernahme oder zum Erstgespräch.
  • Eine gut sichtbare und unkomplizierte Kontaktmöglichkeit.
Hier geht es weniger darum, möglichst viele neue Anfragen zu bekommen. Deine Website sollte vielmehr Interessierten die Orientierung erleichtern und Dich gleichzeitig im Praxisalltag entlasten.

4. Selbstzahler-Praxis

Wer eine Behandlung oder Beratung selbst bezahlt, vergleicht meist mehrere Angebote miteinander und entscheidet sich sehr bewusst für eine bestimmte Praxis oder Person. Die Website spielt deshalb eine deutlich größere Rolle als bei einer Kassenpraxis. Sie sollte offene Fragen beantworten und Interessierten einen guten Eindruck davon vermitteln, ob die Praxis zu ihnen passt.

Anders als bei einer gut ausgelasteten Kassenpraxis geht es hier häufig auch darum, überhaupt neue Patient:innen zu gewinnen. Interessierte vergleichen verschiedene Angebote, schauen sich mehrere Websites an und überlegen genauer, für welche Praxis sie sich entscheiden möchten.

Dabei zählt nicht allein Deine fachliche Qualifikation. Menschen möchten verstehen, mit welchen Anliegen sie zu Dir kommen können, wie Du arbeitest und wie eine Therapie oder Beratung bei Dir typischerweise abläuft. Gerade bei persönlichen oder sensiblen Themen spielt auch der erste Eindruck von Dir eine große Rolle.

Deshalb würde ich auf einer Selbstzahler-Website mehr von Dir und Deiner Praxis zeigen:

  • Eine persönliche Über-mich-Seite, die einen Eindruck von Dir und Deiner Haltung vermittelt.
  • Authentische Fotos von Dir und Deiner Praxis statt austauschbarer Stockbilder.
  • Eine verständliche Beschreibung Deiner Arbeitsweise, möglichst ohne Fachbegriffe.
  • Klare Informationen zu Kosten, Sitzungsdauer und Ablauf des ersten Termins.
  • Angaben zu Wartezeiten sowie dazu, ob Termine vor Ort, online oder beides möglich sind.

Diese Informationen schaffen Orientierung und nehmen Interessierten einen Teil der Unsicherheit, bevor sie überhaupt Kontakt aufnehmen.

Je mehr jemand selbst in eine Behandlung oder Beratung investiert, desto genauer wird meist hingeschaut. Eine gute Website kann diese Entscheidung nicht abnehmen. Aber sie kann genügend Informationen geben, damit aus einem ersten Interesse eine konkrete Anfrage wird.

Was macht gutes Webdesign für Coaches und Therapeut:innen aus?

Bei Coaches und Therapeut:innen gibt es nicht den einen richtigen Designstil. Eine Website muss weder besonders schlicht noch besonders auffällig sein.

Bei vielen Unternehmens-Websites stehen Produkte, Leistungen oder Fakten im Vordergrund. Bei Coaches und Therapeut:innen muss das Design stärker vermitteln, wer hinter dem Angebot steht.

Aber wie sollte so eine Website dann aussehen? Wenn Du nach Ideen suchst, begegnen Dir schnell die üblichen Empfehlungen: Therapie-Websites sollten eher ruhig und zurückhaltend sein, Coaching-Websites dagegen auffälliger und persönlicher.

Meine Erfahrung aus der Zusammenarbeit mit meinen Kund:innen zeigt jedoch, dass diese Empfehlungen gar nicht immer passen.

Nicht die Berufs­bezeichnung entscheidet darüber, wie eine Website aussehen sollte, sondern die Person dahinter, ihre Arbeits­weise und die Menschen, die sie erreichen möchte.

Manche Therapeut:innen wünschen sich bewusst eine moderne und kreative Gestaltung. Ihre Website soll zeigen, dass sie professionell arbeiten, gleichzeitig aber offen, nahbar und vielleicht sogar etwas unkonventionell sind. Andere fühlen sich mit einer ruhigen und klassischen Gestaltung wohler. Beides kann genau richtig sein.

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Zwei Beispiele, die zeigen, wie unterschiedlich kreatives Webdesign für Therapeut:innen aussehen kann.

Auch bei Coaches gibt es große Unterschiede. Eine Kundin von mir arbeitet als Resilienztrainerin. Sie wollte mit dem Design ihrer Website Energie und Zuversicht vermitteln. Deshalb haben wir mit kräftigen Farben und einer lebendigen Bildsprache gearbeitet. Eine andere Kundin wünschte sich dagegen eine klare und ruhige Gestaltung, damit ihr vielseitiges Angebot leicht verständlich bleibt und Interessierte sich schnell orientieren können.

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Zwei Coaching-Websites mit ganz unterschiedlicher Wirkung: einmal lebendig und farbenfroh, einmal klar und reduziert.

Deine Website muss nicht jedem gefallen. Viel wichtiger ist, dass sich genau die Menschen angesprochen fühlen, mit denen Du später arbeiten möchtest.

Einige Gestaltungsprinzipien haben sich bei mir trotzdem in fast allen Projekten bewährt:

  • Wenige, bewusst gewählte Farben statt einer bunten Mischung.
  • Genug Weißraum, damit Inhalte leichter erfasst werden können.
  • Eine klare visuelle Hierarchie, damit Besucher:innen sofort erkennen, was wichtig ist.
  • Höchstens zwei gut lesbare Schriftarten.
  • Authentische Fotos und/oder eine individuelle Bildsprache.

Worauf solltest Du beim Text für Deine Coaching- oder Therapie-Website achten?

Gute Website-Texte beginnen mit Klarheit zu folgenden Themen: Welche Fragen bringen Deine Besucher:innen mit? Welche Informationen brauchen sie? Und was sollten sie zuerst erfahren?

Stell Dir vor, Du betrittst eine große Praxis. Die Räume sind hochwertig eingerichtet, alles wirkt freundlich und gepflegt. Doch nirgendwo findest Du Hinweisschilder. Du weißt nicht, wo die Anmeldung ist, welches Behandlungszimmer das richtige ist oder wohin Du als Nächstes gehen musst. Obwohl die Praxis einen guten Eindruck macht, fühlst Du Dich unsicher.

Mit vielen Websites ist es ähnlich. Sie sehen gut aus, doch Besucher:innen finden sich nicht sofort zurecht. Sie erkennen nicht auf Anhieb, ob das Angebot zu ihnen passt oder welcher nächste Schritt sinnvoll ist. Und wer erst lange suchen muss, verlässt die Website oft wieder.

Viele meiner Kund:innen, die eine neue Website planen, möchten ihr Angebot zunächst ausführlich beschreiben. Sie erklären ihre Methode und schreiben dabei oft in der Sprache ihres eigenen Fachgebiets.

Dabei vergessen sie manchmal, dass gerade bei Coaching und Therapie die persönliche Ebene besonders wichtig ist. Schließlich vertrauen Menschen Dir Dinge an, über die sie wahrscheinlich nicht mit jedem sprechen würden. Deshalb brauchen sie auf Deiner Website das Gefühl: „Diese Person versteht mein Anliegen und kann mir weiterhelfen.“

Die eigentliche Herausforderung besteht daher darin, Dein Angebot so zu beschreiben, dass die Probleme und Lösungen Deiner Zielgruppe im Mittelpunkt stehen und Du unnötige Fachbegriffe vermeidest.

Ebenso wichtig ist es, auf austauschbare Floskeln zu verzichten. Formulierungen wie „Ich begleite Dich auf Deinem Weg“ klingen zwar sympathisch, sagen aber wenig darüber aus, was Du genau anbietest. Beschreibe stattdessen möglichst konkret, wie die Zusammenarbeit mit Dir aussieht und welchen Nutzen Menschen von Deinem Angebot haben.

Um all diese Punkte zu berücksichtigen, entwickle ich zu Beginn einer Zusammenarbeit gemeinsam mit meinen Kund:innen einen roten Faden für ihre Website. Wir überlegen, mit welchen Anliegen Interessierte auf die Website kommen und welche Informationen sie an welcher Stelle brauchen, damit sie sich gut orientieren können und gerne Kontakt aufnehmen.

Website-Texte müssen nicht besonders kreativ klingen. Viel wichtiger ist, dass Menschen schnell verstehen, ob sie bei Dir mit ihrem Anliegen richtig sind.

Fazit: Jede Website braucht ihre eigene Lösung

Eine Website für Coaches oder Therapeut:innen lässt sich nicht nach einer allgemeinen Checkliste planen. Ein Online-Coaching im Aufbau braucht etwas anderes als eine gut ausgelastete Psychotherapie-Praxis.

Bevor Du also Zeit und Energie in SEO, einen Blog oder ein neues Design investierst, kläre zuerst, welche Aufgabe Deine Website für Dich übernehmen soll. Dann kannst Du viel leichter entscheiden, welche Empfehlungen zu Deinem Angebot passen und was Du getrost weglassen kannst.

So entsteht keine Website nach Schema F, sondern eine, die genau die Aufgaben übernimmt, die für Dich wichtig sind.

FAQ: Häufig gestellte Fragen zu Websites von Coaches und Therapeut:innen

Wodurch unterscheiden sich Websites für Coaches und Therapeut:innen von anderen Websites?

Menschen entscheiden sich hier nicht nur für ein Angebot, sondern auch für die Person dahinter. Deine Website sollte deshalb zeigen, was Du anbietest und wie Du arbeitest.

Muss jede Website gleich aufgebaut sein?

Nein. Viele Websites ähneln sich im Grundaufbau, weil Interessierte oft dieselben Fragen haben. Welche Inhalte im Vordergrund stehen, hängt von Deinem Angebot und Deiner Zielgruppe ab.

Brauche ich unbedingt einen Blog?

Nein. Willst Du online neue Menschen erreichen, helfen Blog-Artikel dabei, zu bestimmten Themen gefunden zu werden. Ist Deine Praxis schon ausgelastet, bringen gut aufgebaute Seiteninhalte oft mehr als ein Blog.

Woher weiß ich, welche Empfehlungen für meine Website sinnvoll sind?

Frag Dich, welche Aufgabe Deine Website übernehmen soll: besser gefunden werden, häufige Fragen beantworten oder passendere Anfragen bekommen. Dazu kommt, ob Du lokal oder online arbeitest und welche rechtlichen Vorgaben für Dein Angebot gelten.

Kann ich meine Website später weiterentwickeln?

Ja. Oft zeigt sich erst nach einiger Zeit, welche Seiten funktionieren oder welche Fragen noch fehlen. Ergänze dann einen Blog, überarbeite einzelne Seiten oder passe Inhalte an Dein Angebot an.

Susanne Hillen

Susanne Hillen

ist Grafik- und Webdesignerin aus Düsseldorf und seit rund 30 Jahren selbstständig im Design tätig. Heute entwickelt sie vor allem Websites für Coaches und Therapeut:innen, die auf ihre Arbeitsweise, ihr Angebot und ihre Zielgruppe abgestimmt sind.

Dabei verbindet sie Design, Struktur, Inhalte und SEO zu einem stimmigen Gesamtauftritt. Ihr Ziel ist eine Website, die verständlich aufgebaut ist, Vertrauen aufbaut und von den richtigen Menschen gefunden werden kann.

Auf ihrer Website hillendesign.de bekommst Du Einblick in ihre Arbeit, erfährst, wie ein Website-Projekt mit ihr abläuft und kannst Dir ein Kennenlerngespräch buchen.

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