Kundenbewertungen sind online ein wichtiges Mittel, um Vertrauen aufzubauen und Deinen Kund:innen zu zeigen: Bei allem Quatsch, der so behauptet und verkauft wird, sind sie bei Dir endlich angekommen. Dein Angebot hat wirklich Hand und Fuß, bei Dir sind sie auf der sicheren Seite. Und ganz nebenbei helfen gute Bewertungen auch noch dabei, bei Google und ChatGPT gefunden zu werden.
Kein Wunder also, dass alle gern positive Rezensionen haben wollen! Nur: Wo kommen die her? Und dann am besten auch noch kontinuierlich und mit einem individuellen, aussagekräftigen Text dazu, statt “nur” 5 Sternen?
In diesem Beitrag gebe ich Dir sieben Tipps, wie Du mehr und bessere Bewertungen sammeln kannst (plus vier No-gos!).
Bitte beachte dabei, dass es beim Sammeln und Verwenden von Kundenstimmen auch einige rechtliche Regelungen gibt. Zu denen kann und darf ich nicht beraten. Bitte informiere Dich im Zweifelsfall bei eine:r Anwält:in. 🙂
Es klingt vielleicht banal, aber: Du kannst schon dadurch mehr Bewertungen bekommen, dass Du danach fragst. Viele Menschen denken von selbst einfach nicht daran und oft sind sie sich auch nicht bewusst, wie hilfreich Rezensionen für uns Selbstständige sind. Wenn wir sie aber direkt ansprechen, sind sie oft gern bereit, eine Bewertung zu schreiben.
Nach meiner Erfahrung funktioniert das am besten, wenn Du den Nutzen der Bewertung kommunizierst. Zum Beispiel so:
“Möchtest Du mir vielleicht eine Bewertung schreiben? Für mich als Selbstständige sind Bewertungen extrem wichtig, weil meine Angebote dadurch besser gefunden werden. Und anderen helfen sie, weil sie besser entschätzen können, ob sie hier richtig sind.”
Menschen helfen in der Regel gerne, weil es ihnen ein gutes Gefühl gibt. 🙂
2. Schlage vor, was die Leute schreiben könnten
Oft merke ich: Meine Kund:innen sind offen dafür, eine Bewertung zu hinterlassen, aber wissen nicht genau, wie sie das am besten machen und was sie schreiben sollen. Manchmal fragen sie dann auch direkt: “Was würde Dir denn da am meisten helfen?”
Nun will ich ihnen natürlich keinesfalls Worte in den Mund legen und irgendwas vorschreiben. Dann wären die Bewertungen nicht mehr echt. Was aber geht, ist dass Du ein paar Leitfragen oder ein Muster mitgibst:
“Du könntest zum Beispiel schreiben, mit welchen Wünschen und Zielen Du zu mir gekommen bist, was Dir an unserer Zusammenarbeit besonders gefallen hat und wo Du jetzt hinterher stehst.”
3. Mach es so einfach wie möglich, Dich zu bewerten
Die meisten Menschen haben wenig Zeit übrig und auch keine Lust, erst ewig nach einer Bewertungsmöglichkeit zu suchen. Mach es ihnen deshalb so einfach wie möglich, indem Du zum Beispiel einen Link zur Bewertungsplattform Deiner Wahl (Google Business, Proven Expert, Ratedo …) per Mail schickst oder einen QR-Code anbietest. Am allerbesten sind Bewertungsmöglichkeiten, bei denen sie sich nicht extra noch einen Account anlegen müssen, sondern einfach lostippen können.
Falls Du keine der gängigen Bewertungsplattformen nutzt, kannst Du Deinen Kund:innen natürlich auch sagen, dass sie Dir ihr Feedback per E-Mail schicken können.
(Das ist übrigens auch eine mögliche Lösung, wenn Deine Kund:innen nicht wollen, dass man ihre Stimme ihrer Person zuordnen kann – zum Beispiel, weil ihr in einem Coaching über intime Themen gesprochen habt. Bewertungen, die per E-Mail eingehen, kannst Du hinterher anonymisieren.)
4. Frage zur richtigen Zeit
Es gibt ein paar Zeitpunkte, die sich besonders eignen, um nach einer Bewertung zu fragen. Zum Beispiel, wenn eure Zusammenarbeit einen neuen Höhepunkt erreicht und sich Deine Kundin gerade über einen Erfolg freut. Wenn sie aus dieser Energie heraus eine Bewertung schreibt, wird der Text oft besonders konkret und überzeugend, weil die Begeisterung durch die Zeilen durchscheint.
Ich empfehle außerdem, nicht erst ganz am Ende eurer Zusammenarbeit nach einer Bewertung zu fragen, sondern lieber kurz vorher. In einer 1:1-Zusammenarbeit wähle ich gerne den vorletzten Termin dafür.
Warum? Weil viele meiner Kund:innen zusagen, eine Bewertung zu schreiben, aber dann vergessen sie es oder es kommt etwas anderes dazwischen. Das ist völlig normal. Beim letzten Termin kann ich dann einfach noch mal daran erinnern, ohne dass es aufdringlich ist. 🙂
5. Erinnere Deine Kund:innen daran, eine Bewertung zu schreiben
Dieser Punkt schließt direkt an den vorigen an: Oft nehmen sich Kund:innen vor, eine Bewertung zu hinterlassen, aber auf Arbeit ist gerade viel los, ihr Kind ist krank oder das Finanzamt will bis vorgestern irgendein Dokument haben. Eine Bewertung zu schreiben, hat meistens eine gaaanz niedrige Priorität und ist das erste, was durchrutscht, wenn das Leben ringsum fordernd ist.
Oft hilft es, nach einiger Zeit (für mich haben sich ca. 1–2 Wochen bewährt) noch mal nachzufragen. Besonders dann, wenn die Person beim ersten Mal schon gesagt hat: “Ja, klar, mache ich gerne!” 🙂
6. Antworte auf alle Rezensionen
Wenn Du eine öffentliche Bewertung bekommst, solltest Du auf jeden Fall darauf antworten. Damit zeigst Du Wertschätzung für die Zeit, die Deine Kund:innen sich genommen haben und signalisierst anderen, die noch schweigend mitlesen: Hey, hier geht es freundlich zu und alle Meinungen werden gehört und ernstgenommen. Das kann die Hemmschwelle senken, selbst etwas zu schreiben.
Übrigens:
Antworten lohnt sich auch bei negativen oder gemischten Bewertungen. Auf kritisierte Aspekte kannst Du so direkt eingehen, je nach Situation vielleicht eine Lösung anbieten und insgesamt einfach zeigen, dass Dir die Zufriedenheit Deiner Kund:innen wichtig ist.
7. Schaffe Prozesse
Ich weiß nicht, wie es Dir geht, aber bei mir ist im Business immer viel zu tun. Manchmal vergesse ich dann einfach, nach einer Bewertung zu fragen. Sehr schade!
Deshalb empfehle ich, Bewertungen bewusst in Deine Prozesse zu integrieren. Wo es geht, kannst Du sogar automatisieren.
Bei meinen Kursen plane ich zum Beispiel eine E-Mail ein, die am Ende automatisiert an alle Teilnehmer:innen verschickt wird.
Bei Dienstleistungen oder Beratungen ergänze ich das Fragen nach Bewertungen in meinem Projektmanagement-Tool Asana. Da stehen dann alle To-dos zu einem Kunden übersichtlich und zum Abhaken beisammen:
✔️ Briefing-Fragebogen schicken
✔️ Dienstleistung XY ausführen
✔️ Rechnung schicken
✔️ Nach Bewertung fragen
Das ist eine super Gedankenstütze.
So bitte nicht: 4 No-gos beim Bewertungen sammeln
Auf diese Praktiken solltest Du lieber verzichten:
- Bewertungen kaufen oder fälschen: Verstößt gegen das Wettbewerbsrecht und ist verboten. Kann Dich zudem Reichweite für Dein Business kosten – denn auch Suchmaschinen mögen es überhaupt nicht, betrogen zu werden.
- Kund:innen Anreize geben, eine Bewertung zu schreiben: Ist nach meinem Kenntnisstand ebenfalls gesetzlich verboten. Bewertungen müssen freiwillig erfolgen.
- Bewertungen beschönigen: Manche Tools bieten die Möglichkeit, ungeliebte Bewertungen zu verbergen (Review Gating). Nicht gerade die feine Art … Ich würd’s nicht drauf ankommen lassen. 🤷♀️
- Zu viele Menschen gleichzeitig nach Bewertungen fragen: Wenn es plötzlich 100 neue Bewertungen in zwei Tagen gibt, macht das Menschen tendenziell misstrauisch – und Suchmaschinen auch. Besser ist es, kontinuierlich immer wieder Kundenstimmen zu bekommen (auch deshalb ist es so sinnvoll, Rezensionen in Deine Prozesse mit aufzunehmen).
Fazit: Es lohnt sich, aktiv zu werden
Es passiert durchaus, dass Menschen von sich aus das Bedürfnis haben, eine Bewertung zu schreiben – meistens dann, wenn sie entweder komplett begeistert oder total angepisst sind. Wenn Du Dich allein darauf verlässt, tröpfeln aber wahrscheinlich nur ab und zu mal Rezensionen ein und das fühlt sich alles sehr zäh an.
Wenn Du Dir mehr Bewertungen wünschst, trau Dich, danach zu fragen (und auch noch mal daran zu erinnern). Am besten funktioniert das, wenn Du den richtigen Zeitpunkt abpasst (bei einem Erfolg Deiner Kund:innen oder kurz vor Ende der Zusammenarbeit) und das Bewerten so einfach wie möglich machst, zum Beispiel mit Leitfragen, die Deine Kund:innen beantworten können.
Außerdem gilt natürlich:
Wenn Du selbst Bewertungen bekommen möchtest, bewerte auch andere!
Ich fänd’s schön, wenn wir alle zusammen eine aktivere Bewertungskultur erschaffen würden, denn profitieren tun wir von lieben Worten als Selbstständige alle. 🙂

Jane von Klee
ist SEO-Fachfrau, Werbetexterin und Content-Strategin. Sie unterstützt Selbstständige dabei, online sichtbar zu werden, mit ihren Botschaften und Angeboten mutig Raum einzunehmen und zu verkaufen, ohne dabei schmierig oder marktschreierisch zu sein. Janes Strategien sind speziell auf Selbstständige zugeschnitten: effizient und zeitsparend, mit Fokus auf Empathie und Menschlichkeit.

LIebe Jane,
ich schreibe zwar keine Bewertungen über dich, weil ich tatsächlich nicht weiß, wo und wie.
Aber es gibt noch eine andere Art, die Welt zu informieren: Ich habe dich bei meinen Internettipps im Newsletter empfohlen und bei meinen Blogartikeln verlinke ich dich immer, wenn es um SEO oder auch deine Weg-von-Meta-Challenge geht.
Was mich aber in letzter Zeit ärgert: Ich hatte es jetzt zweimal, dass ich auf Bookingcom eine gute Bewertung abgegeben habe, die Unterkunft aber dann mit einer 7 (also nur mittelprächtig) bewertet war. Das habe ich aber nur gesehen, weil sich die Betreiberin der einen gemeldet hatte. Also sollte man auch darauf achten, wo man bewertet wird.
Liebe Grüße und danke für den hilfreichen Beitrag.
Susan
Hei Susan,
das ist superlieb von Dir, vielen Dank! Falls Du mir mal eine Bewertung schreiben möchtest, kannst Du das unter anderem über mein Bewertungstool hier tun: https://www.ratedo.de/profil/von-klee-gmbh/bewerten. Über Deine Empfehlungen freue ich mich aber mindestens genauso sehr. 🙂
Dass Booking das so macht, wusste ich noch gar nicht. Das ist ja schade! Wenn man mehrere Möglichkeiten hat, bewertet zu werden, sollte man dann wohl wirklich bewusst entscheiden, welches man teilt.
Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende!
Jane
Ein wichtiger Beitrag zum Thema Kundenbewertungen, den ich gerne verlinke.
Eine Ergänzung: Es lohnt sich, die Bewertungen ansprechend auf der eigenen Website zu präsentieren.
Wenn die Kundenstimmen Emotionen wecken, dann macht das was mit einem.
Ein ansprechendes Design der Kundenstimmen schafft eine noch bessere Wahrnehmung der Bewertungen, und das erleichtert Akquise und Erfolg.
Vermutlich haben wir hier alle noch Luft nach oben und können unsere tollen Bewertungen noch besser in Szene setzen.
Das ist eine sehr gute Ergänzung. Danke, Claudia! Die schönsten Kundenstimmen nützen natürlich wenig, wenn wir sie in irgendeinem Tool versteckt halten. Hast Du Tipps, wie so ein ansprechendes Design von Kundenstimmen auf der Website aussehen kann? Falls ja: Hättest Du Lust, zu dem Thema einen Gastbeitrag auf meinem Blog zu schreiben?
Viele Grüße
Jane
Ich finde gerade den Punkt, automatisiert um Bewertungen nach der Zusammenarbeit zu fragen, sehr wertvoll. Ich habe auch gehört, dass es Sinn machen kann, etwa 6 Monate später nochmal nachzufragen, weil man da auch konkrete Ergebnisse bekommen kann, die ja oftmals erst nach der Zusammenarbeit kommen. Wie siehst du das?