Keywords galten lange als der heilige Gral, wenn es um SEO geht: Schreib genügend Keywords in den Text und Du wirst gefunden! Diese Darstellung ist jedoch enorm veraltet. Ja: Keywords sind wichtig. Aber tendenziell verlieren sie in Zeiten von KI an Bedeutung und die Frage ist auch: Wofür genau sind sie eigentlich wichtig?
Gerade Selbstständige setzen oft einen falschen Fokus, machen sich viel mehr Gedanken als nötig wäre und bremsen sich so selbst aus.
In diesem Beitrag räumen wir deshalb einmal auf: Welche Bedeutung haben Keywords noch für SEO und GEO? Was ist ihre wahre Funktion? Denn, Spoiler: Es ist nicht das, was die meisten denken.
Übrigens: Falls Du lieber hörst, gibt es diesen Beitrag auch als Podcast-Folge:
Keywords sind Schlagwörter, die Menschen in Suchmaschinen eingeben. Das kann Google sein, Bing, Ecosia, aber zum Beispiel auch YouTube, Podcast-Plattformen oder Instagram. Wann immer eine Person etwas im Internet sucht und dafür ein Schlagwort in ein Suchfeld eingibt, ist das ein Keyword.
Shorttail, Midtail und Longtail Keywords: Diese Arten gibt es
Keywords können sehr unterschiedlich aussehen. Manchmal ist das wirklich nur ein Wort, zum Beispiel “burnout”. In dem Fall sprechen wir von Shorttail Keywords oder alternativ Head Keywords.
Manchmal umfasst ein Keyword auch zwei oder drei Wörter, die zusammenstehen. Zum Beispiel „burnout vorbeugen“ oder „burnout symptome“. Das sind sogenannte Midtail Keywords.
Und manchmal ist ein Keyword auch noch deutlich länger – zum Beispiel, wenn jemand eine Frage oder einen ganzen Satz eintippt (“was tun bei burnout?“). Diese Art Keywords nennen wir Longtail Keywords.
Welche Bedeutung haben Keywords?
Aus meiner Sicht sollten wir diese Frage aus drei Perspektiven beleuchten: einmal Keywords aus Sicht der Nutzer:innen, einmal aus Sicht der Suchmaschinen und einmal aus unserer Sicht (also die Sicht derer, die selbst Inhalte erstellen).
Die Bedeutung von Keywords für Nutzer:innen
Im Normalfall googeln Menschen nicht aus Langeweile, sondern es gibt irgendeinen Anlass dafür. Und das heißt: Sie haben schon mindestens eine grobe Vorstellung, was sie gerne finden möchten, die sogenannte Suchintention.
Beim Keyword “burnout” zum Beispiel geht es um eine Definition. Die Person, die sucht, möchte wissen: Was ist denn ein Burnout überhaupt? Was bedeutet dieser Begriff? Deswegen ist das Keyword so allgemein formuliert.
Bei “burnout symptome” hat die Person vielleicht eine Ahnung, dass sie einen Burnout haben könnte (oder jemand aus ihrem Umfeld) und sie möchte einmal aufgelistet haben, woran sie das festmachen kann.
Und bei “was tun bei burnout?“ will die Person schon konkrete Tipps haben.
Die Menschen formulieren Keywords also unterschiedlich, je nachdem, wie tief sie schon im Thema drin stecken und was sie sich gerade wünschen.
Für sie sind Keywords eine Möglichkeit, Informationen oder auch Angebote zu finden, die sie gerade brauchen, von denen sie aber nicht wissen, wo sie sind.
Darüber hinaus helfen Keywords Leser:innen, einen Text schnell einzuschätzen.
Es ist im Internet so, dass die meisten Menschen Texte nicht von vorne nach hinten lesen wie ein Buch, sondern sie erstmal überfliegen. Erst, wenn das, was sie da sehen, vielversprechend ist und sie denken, das könnte zu ihrer Situation passen, lesen sie noch mal gründlicher.
Beim Überfliegen werden natürlich nur die wesentlichen Aspekte erfasst. Da geht es wirklich erstmal nur um die Frage: Worum geht es hier? Enthält der Text die Information, die ich mir wünsche? Keywords geben dabei wichtige Impulse.
Lass uns beim Beispiel “Burnout-Symptome” bleiben.
Wenn jemand nach Burnout-Symptomen sucht und in der Überschrift steht schon: „Fünf typische Burnout-Symptome“, kann sich die Person denken: „Ah ja, das ist genau das, was ich brauche.“ Vielleicht kommt das Keyword dann auch noch mal in der Zwischenüberschrift vor: “Körperliche Symptome von Burnout”. Dann weiß die Person, ohne den Text gründlich gelesen zu haben, dass sie hier richtig ist und dass sich der Text für sie lohnt.
Würde sie hingegen überall das Wort “hundehütte” sehen, würde sie gleich wieder gehen, weil Hundehütten einfach nichts mit Burnout zu tun haben. 😀
Die Bedeutung von Keywords für Suchmaschinen
Auf der anderen Seite stehen die Suchmaschinen. Sie bekommen das Keyword hingeworfen und versuchen dann einzuordnen, was dahinter für ein Bedürfnis steckt. Was ist es, was die Leute sehen wollen? Und welche Ergebnisse passen dazu am besten?
Dazu schauen die Suchmaschinen in ihren riesigen Fundus, den Index.
Du kannst Dir das vorstellen wie in einer Bibliothek: Da stehen lange Regalreihen voller Bücher. Du gehst rein und sagst: „Oh, es ist gerade ganz schön viel los auf der Welt und ich hätte gerne ein Buch, mit dem ich davor in eine andere Welt flüchten kann … Es soll in diesem Buch nichts Schlimmes passieren. Es kann gerne ein Fantasy-Buch sein. Vielleicht mit Drachen?“ Dann geht die Bibliothekarin gezielt in die Fantasy-Abteilung und empfiehlt Dir ein Buch, das zu Deinen Anforderungen passt.
Genau das machen Suchmaschinen auch. Die Bibliothek ist das Internet, die Bücher sind Websites und Suchmaschinen sind die Bibliothekarinnen, die alle Inhalte klassifizieren, ordnen und zur passenden Zeit rausgeben.
Wichtig zu wissen: Google schaut nicht nur auf das spezifische Keyword, das gerade abgefragt wird, sondern kennt auch Synonyme und verwandte Begriffe.
Wenn Du also nach einem Buch über Lindwürmer fragen würdest, würde die Bibliothekarin trotzdem in die Drachen-Abteilung gehen – weil sie dank fortschrittlicher Sprachsysteme weiß, dass beides das gleiche ist.
Für Dich bedeutet das:
In Deinen Texten muss ein spezielles Keyword nicht die ganze Zeit fallen, damit Google versteht, worum es geht.
Es gibt mittlerweile tatsächlich auch Seiten, die für Keywords gefunden werden, die so kein einziges Mal im Text stehen.
Zusammenfassend können wir sagen: Für Suchmaschinen sind Keywords hilfreich, um einen Text richtig zu verstehen und in die passenden Regale einzuordnen. Sie brauchen dabei aber nicht ein bestimmtes Wort die ganze Zeit, sondern sind clever und erkennen Zusammenhänge.
Die Bedeutung von Keywords für alle, die selbst Inhalte veröffentlichen
Für unsereins, die wir selbst Content posten, haben Keywords fünf zentrale Funktionen:
- Gute Themen finden: Viele Selbstständige wissen gar nicht, worüber sie schreiben sollen und es fällt ihnen schwer einzuschätzen, was ihre Kund:innen wirklich interessiert. Über eine Keyword-Recherche bekommst Du da sehr spannende Einblicke.
- Priorisieren: Einige Selbstständige haben das umgedrehte Problem – zu viele Themenideen und keine Ahnung, womit sie anfangen sollen. Auch da hilft es, wenn Du schaust, welches Keyword wie oft gesucht wird. Themen, nach denen 20 Menschen pro Monat suchen, können vielleicht eher hinten angestellt werden, während Themen, die 500 Menschen pro Monat interessieren, mehr Fokus bekommen. Wenn Du die Keywords kennst, kannst Du bewusst entscheiden, wie Du Deine Zeit nutzen willst und strategische Entscheidungen treffen.
- Texte an Deinen Kund:innen ausrichten: Durch eine Keyword-Recherche schaust Du Deinen Kund:innen direkt in die Köpfe und stellst sicher, dass Du alle wichtigen Fragen beantwortest. Wie baust Du Deine Texte genau auf? Was kommt in den einen Blogartikel mit rein und was braucht vielleicht einen separaten Beitrag? Solche Dinge werden durch Keywords beantwortet.
- Website-Planung: Auch auf der großen Ebene liefern Keywords wichtige strategische Anhaltspunkte: Welche Unterseiten braucht Deine Website? Wie nennst Du die einzelnen Angebote? Welche Themen und Kategorien braucht es im Blog? Lohnt sich ein Blog für Dich überhaupt?
- Vertrauen aufbauen: Menschen fühlen sich gesehen und verstanden, wenn Du so sprichst wie sie. Auf der anderen Seite stecken wir als Fachpersonen schnell mal in unserer Bubble und unserem Fachsprech fest. Über Keywords kannst Du Dich immer wieder selbst hinterfragen und herausfinden, wie Deine Kund:innen Dinge ausdrücken. Wenn Du bewusst die gleichen Begriffe verwendest wie sie, baust Du schneller Vertrauen auf und es wird leichter, zu verkaufen.
Warum Du Dir von Keywords nicht den Spaß am Schreiben verderben lassen solltest
Du siehst: Keywords haben durchaus wichtige Funktionen, nach wie vor.
Leider lösen sie bei vielen Selbstständigen aber auch massiv Stress aus. Lange Jahre wurde überall proklamiert, dass Keywords das Kernelement von SEO seien – und dann wurden sehr starre Regeln dazu präsentiert, welche Keywords Du verwenden darfst und welche auf keinen Fall, wo diese Keywords im Text genau stehen sollen und wie oft und so weiter.
Viele klammern sich noch heute daran fest, wollen bloß nichts falsch machen – die Mühe soll sich ja auch lohnen –, verlieren aber genau durch diese Zwanghaftigkeit die Freude am Schreiben. Das Gefühl, das sich einstellt: Eigentlich schreibe ich nur noch für Suchmaschinen und muss die ganze Zeit auf Keywords gucken. Ich darf nie spontan sein, nie einfach sagen, was ich denke, nie frei drauflos schreiben.
Das ist sehr schade und auch gefährlich – denn das meiste bei SEO läuft über Texte.
Wenn Du die Freude am Schreiben verlierst, dann wirst Du SEO nicht langfristig durchhalten und dann wirst Du auch nicht die Ergebnisse sehen, die Du Dir wünschst.
Der große Impact bei SEO liegt im Durchhalten, in der Langfristigkeit, in der regelmäßigen Veröffentlichung von Inhalten. Das heißt, dieser Freude-Aspekt ist ganz wichtig und den torpedieren Keywords – und zwar völlig unnötig.
Es ist so: Suchmaschinen brauchen einen Anhaltspunkt, um einen Text zu verstehen und in die richtige Kategorie einzuordnen. Aber diese Schlagwörter, die zeigen, worum es in einem Text geht, fallen in der Regel automatisch. Du kannst nicht über Burnout-Symptome schreiben, ohne den Begriff Burnout-Symptome mal irgendwo zu erwähnen. Das passiert ganz natürlich, auch ohne dass Du Dir eine Keyword-Liste daneben legst und abhakst und vielleicht noch mitzählst, wie oft das Wort jetzt im Text ist.
Eine gute Balance finden: Wie geht das?
Wenn Keywords Dich nicht mehr stressen sollen, ist eines wichtig zu verstehen: Nämlich wann sie in Deinem Schreibprozess wichtig sind.
Keywords liefern Dir eine strategische Basis. Du brauchst sie vor dem Schreiben – nicht währenddessen!
Nutze Keywords, um zu entscheiden, über welche Themen Du schreiben möchtest, welche Themen wie viel Zeit, Aufmerksamkeit und Perfektionismus verdient haben und welche Aspekte Du genau ansprechen bzw. welche Fragen Du zum gewählten Thema beantworten möchtest. Nutze Keywords, um Dich in Deine Kund:innen hineinzuversetzen und sie besser zu verstehen:
- Was brauchen sie?
- Wo stehen sie denn gerade?
- Welche Fragen haben sie?
- Welche Herausforderungen haben sie?
- Was haben sie vielleicht schon versucht, was nicht funktioniert hat?
- Was wären jetzt Informationen, die ihnen weiterhelfen?
Schaffe Dir anhand dieser Leitfragen einen roten Faden für Deinen Text (Du kannst zum Beispiel anhand der Keywords Zwischenüberschriften formulieren).
Danach gilt: Leg die Keywords weg.
Wenn Du einen Text schreibst, ist das Wichtigste, dass es ein schöner Text wird, ein hilfreicher Text, ein Text, den Menschen gerne lesen. Wenn das Dein Anspruch ist, kannst Du ganz entspannt und locker schreiben, wie Dir der Schnabel gewachsen ist – und die Keywords fallen ganz automatisch.
Fazit: Wie wichtig sind Keywords heute noch?
Zusammengefasst würde ich sagen: Die Keywords selbst sind für Suchmaschinen und Leser:innen, damit sie sich online besser und schneller zwischen all den Inhalten orientieren können. Die Keyword-Recherche ist für uns, damit wir strategische Entscheidungen treffen, achtsam mit unserer Zeit umgehen und besseren Content erschaffen können.
Du brauchst die Keywords vorab, zur Planung Deiner Texte, aber nicht beim Schreiben.
Suchmaschinen und auch KI-Tools verstehen Sprache heute sehr viel besser als damals, als Keywords und wie oft sie exakt so in einem Text stehen, noch wichtige Ranking-Faktoren waren. Deshalb haben Keywords in Texten in den letzten Jahren an Bedeutung verloren und deshalb musst Du Dich nicht daran festklammern.
Ich würde die Keyword-Recherche also nicht weglassen, weil sie eine wichtige strategische Basis ist, aber mich auch nicht in den Keywords und den Zahlen dazu verbeißen. Texte dürfen und sollen immer noch Spaß machen!
Wenn Du unsicher bist, was Deine Kund:innen online suchen und wie Du gute, passende Keywords findest, stellen Sarah und ich gern eine fertige Keyword-Liste speziell für Dein Business zusammen. Alle Infos dazu findest Du hier. 🙂

Jane von Klee
ist SEO-Fachfrau, Werbetexterin und Content-Strategin. Sie unterstützt Selbstständige dabei, online sichtbar zu werden, mit ihren Botschaften und Angeboten mutig Raum einzunehmen und zu verkaufen, ohne dabei schmierig oder marktschreierisch zu sein. Janes Strategien sind speziell auf Selbstständige zugeschnitten: effizient und zeitsparend, mit Fokus auf Empathie und Menschlichkeit.

Hallo Jane von Klee und danke für diesen Artikel.
SEO hat meiner Meinung nach das Internet ein Stück weit „beschädigt“. Der extreme Fokus auf SEO hat mir das Lesen von Blogs immer mehr verleidet.
Die Texte waren einfach nicht mehr gut leserlich. Ständige Wiederholungen der gleichen Phrasen, nur etwas abgewandelt. Für die Suchmaschine vielleicht gut, aber für Menschen grauenhaft und zeitraubend.
Das gilt auch für die Überschriften Struktur. Dafür bitte auch einen Artikel wie diesen, was nun gilt und ob man nun auch hier frei schreiben darf, ohne in einem engen Korsett zu stecken. Ich hatte oft den Eindruck, das die Gliederung nicht wirklich für Menschen gemacht wurde und auch hier der Lesefluss eher beeinträchtigt worden ist.
Es klingt auf jeden Fall vielversprechend und wenn nun nicht die KIs die Texte kaputt machen, kann es eine tolle Zukunft werden.
Eine Frage noch: Für nicht Coaches, Dienstleister oder Erzähler (Reise/Food/Technik/… Blogger) die Produkte erstellen und eben keine Blogs damit füllen können oder wollen, wie wird SEO für diesen Kreis sinnvoll möglich? Nicht jedes Produkt bietet genug Hintergrund um einen Artikel zu füllen. Nicht alle wollen sich selbst präsentieren (erachte ich auch nicht immer als sinnvoll), wenn es eigentlich um Produkte, wie zum Beispiel Handmade oder so geht.
Hei Dereinst, danke, dass Du Deine Gedanken mit mit teilst! 🙂
Zum Thema Überschriftenstruktur und SEO-Texte allgemein habe ich hier einen ausführlichen Rundumschlag online: https://janevonklee.de/seo-texte-schreiben/
Das Thema Überschriften im Speziellen nehme ich mir auf jeden Fall mit – da kann ich noch mal gesondert drauf eingehen.
Was Shops angeht: Da kannst Du auf jeden Fall die Produkte an sich optimieren und so die letzten Stadien der Kundenreise abdecken. Für viele Shops funktioniert es auch, einen Blog zu führen, in dem es nicht um die Produkte selbst geht, sondern um das Drumrum. Ich habe zum Beispiel eine Kundin, die Partydeko anbietet. In ihrem Blog stellt sie verschiedene mögliche Partymottos vor, liefert Ideen und Inspiration dazu und wenn es passt, verweist sie darauf, dass man diese Idee ja mit den Produkten im Shop umsetzen kann. Eine andere Kundin bietet Nahrungsergänzungsmittel für Pferde an und schreibt im Blog über die Symptome, die man damit vermeiden oder lindern kann. Manchmal muss man um die Ecke denken, aber bisher haben wir noch zu jedem Produkt Möglichkeiten gefunden, sie in einen Blog einzubinden. Das ist auch ein schönes Beispiel, wie Keywords helfen können, eine Strategie zu entwickeln. 🙂
Viele Grüße
Jane
Hallo Jane,
vielen Dank für diesen Blogbeitrag.
Ich habe angefangen mich mit dem Thema SEO zu beschäftigen und finde es insgesamt sehr spannend. Daher freue ich mich über jede gehaltvollen Infos, die ich bekommen kann.
Viele Grüße
Johanna
Hei Johanna,
danke für Dein Feedback! Ich freue mich, dass Du mit dem Beitrag etwas anfangen konntest und freue mich drauf, Dich in der SEO-Durchstarterwoche zu sehen! 🙂
Viele Grüße
Jane