Blog vs. Social Media: Warum Dein Blog immer zuerst kommen sollte

Social Media kann nicht nur theoretisch als Medium genutzt werden, um viele Menschen zu erreichen. Auch praktisch haben sich die Plattformen in den letzten Jahren als sehr nützlich erwiesen. Mit einem viralen Beitrag kann Deine Sichtbarkeit schlagartig zunehmen. Richtig verwendet ist Social Media daher eine echte Bereicherung für Dein Business.

Allerdings wird Social Media häufig nicht als das wahrgenommen, was es ist: Eine Ergänzung zur eigenen Webseite mit Blog! Wer einen Blog mit Herz und Leidenschaft betreibt (wie ich), der wird seinen Fokus in der Regel intuitiv auf den Blog lenken. Manchmal habe ich jedoch das Gefühl, Autoren haben nicht das Verständnis dafür, warum eine eigene Webseite zwingend notwendig ist.

Aus diesem Grund will ich heute in meinem Gastbeitrag ein wenig Aufklärungsarbeit leisten. Ich erkläre Dir, warum Social Media immer nur als Ergänzung zur eigenen Website inklusive Blog betrachtet werden sollte. Hast Du Lust dieses spannende Thema zusammen zu erkunden? Dann lies jetzt unbedingt weiter!

Ich glaube viele Betreiber von Social Media Profilen sind sich der rechtlichen Tragweite gar nicht so sehr bewusst. Mit der Nutzung der Dienste erklärst Du Dich in der Regel damit einverstanden, dass Du Dein geistiges Eigentum auf das jeweilige soziale Netzwerk überträgst. Zumindest in Teilbereichen.

Schauen wir uns dazu einfach als Beispiel die Nutzungsvereinbarung von LinkedIn an:

„Bezüglich Ihres Verhältnisses mit LinkedIn sind Sie Eigentümer der Inhalte und Informationen, die Sie den Diensten senden oder auf den Diensten veröffentlichen, und Sie gewähren LinkedIn und unseren Tochterunternehmen die folgende, nicht ausschließliche Lizenz:

Das weltweite, übertragbare und unterlizenzierbare Recht, Informationen und Inhalte, die Sie über unsere Dienste und Dienste von Dritten bereitstellen, ohne weitere Zustimmung Ihrerseits oder Mitteilung und/oder Entschädigungszahlung an Sie oder Dritte zu nutzen, zu kopieren, zu modifizieren, zu verteilen, zu veröffentlichen und zu verarbeiten.“

Im Grunde heißt das, Du bist zwar Eigentümer der Rechte, aber das Netzwerk kann Dein Eigentum vervielfältigen und bearbeiten.

Warum Du Inhalte nicht NUR über Social Media veröffentlichen solltest

Insbesondere bei Facebook, Instagram und LinkedIn bietet sich das Posten an. Deine Beiträge in den Netzwerken haben viele verfügbare Zeichen. Twitter ist da schon etwas beschränkter, bietet allerdings mittlerweile auch eine Funktion an, um Blogbeiträge zu veröffentlichen.

Was aber passiert, wenn das Netzwerk auf die Idee kommt, Dich zu sperren? Dann könnten alle Deine Beiträge binnen Minuten verschwinden und Deine Sichtbarkeit geht verloren. All Deine Arbeit ist umsonst gewesen.

Bei einem privaten Projekt mag das zu verkraften sein. Wer hingegen sein Business damit aufgebaut hat, verliert wichtige Einnahmen und Kunden! Damit kann Deine ganze Existenz bedroht sein.

Kommen wir auf die Nutzungsbedingungen zurück. Ich gebe zu, LinkedIn ist jetzt nicht das Netzwerk, wo es aktuell viele solcher Beispiele gegeben hat. Aber nehmen wir an, Du nutzt ausschließlich Facebook in dieser Art und Weise. Weil Du dort lange Beiträge mit Bildern erstellen kannst und Deine Fans können direkt mit Dir in Kontakt treten. Außerdem hast Du mit Gruppen ein riesiges Zielpublikum und eine Fanseite mit tausenden von Fans. Wozu also einen Blog erstellen, der Zeit und Arbeit kostet?

Leider ist Facebook nicht immer so freundlich zu seinen Nutzern. Regelverstöße sind keine Seltenheit, obwohl jemand gar nichts getan hat. Ich selbst wurde bereits mehrfach auf einen Verstoß gegen die Gemeinschaftsstandards hingewiesen. Meine Beiträge hat Facebook dann gelöscht, ohne Vorankündigung. Obwohl die Beiträge gegen keinerlei Regeln verstoßen haben.

Ein nachträglicher Einspruch führt meistens ins Leere. Ohnehin ist bei Facebook generell nur sehr schwer ein Kontakt herzustellen. Die Formulare sind sehr versteckt und wenn Du eines entdeckt hast, wirst Du häufig abgewimmelt mit der Begründung, das würde im Hilfe-Center stehen. Wo Du dann allerdings keine Informationen findest, die Dir weiterhelfen. Ein telefonischer Kontakt ist selbst Insidern oft nicht möglich.

Eine eigene Webseite ist Pflicht!

Aus den zuvor aufgeführten Gründen ist eine eigene Webseite also Pflicht. Denn dort kannst Du als Urheber Deine Inhalte veröffentlichen. Unabhängig davon wie andere Anbieter zu Dir oder Deinen Beiträgen stehen. Solange Du auf Deinem Blog nicht gegen Gesetze verstößt, kannst Du veröffentlichen, was Du möchtest. Du allein entscheidest, welche Inhalte angezeigt werden und unter welchen Voraussetzungen.

Der eigene Blog hat jedoch noch eine Vielzahl weiterer Vorteile. Du hast unter anderem die Chance, langfristig und nachhaltig Leser / Kunden auf Dich aufmerksam zu machen.

Wenn Deine Inhalte gut genug sind, werden die Besucher irgendwann über die Suchmaschinen auf Dich aufmerksam. Allerdings solltest Du nicht zu lange damit warten. Je eher Du damit beginnst, Inhalte für Suchmaschinen aufzubereiten, desto schneller kannst Du mit vielen kostenlosen Besuchern rechnen.

Das Zauberwort heißt in diesem Fall Suchmaschinenoptimierung. Die nicht nur in meinen Augen wesentlich effektiver als Social Media ist.

SEO ist wesentlich effektiver als Social Media

Schauen wir uns zum Vergleich einfach einige Statistiken zu diesem Thema an. Sparktoro hat einen Beitrag veröffentlicht, der sich auf Besucher-Statistiken vom Unternehmen Jumpshot bezieht. Jumpshot hat im Februar 2018 den Traffic von vielen Webseiten analysiert und dabei herausgefunden, dass in den USA 60 % aller Besucher über die Google-Suche auf eine Webseite gefunden haben. Mit fast 6 % kommt Facebook als größte Social Media Plattform nur auf einen Bruchteil dieses Wertes.

Ähnliche Erfahrungen habe ich auch auf meinem eigenen Blog gesammelt. Nach dem Relaunch Ende 2019 war ich neben meinem Blog noch intensiv auf Facebook, Twitter und LinkedIn aktiv. Doch die Anzahl der Besucher über Google macht den Großteil meines Traffics aus. Im Gegensatz zu Facebook komme ich auf den 5-fachen Wert. Wobei ich auch sehr viel Traffic über die kleineren Suchmaschinen bekomme, wie Bing, Ecosia und DuckDuckGo. Facebook ist bei mir mit Abstand die größte Traffic-Quelle unter den sozialen Netzwerken. Aber eben insgesamt betrachtet dennoch nur ein kleiner Teil.

Außerdem ist SEO noch kostenlos und nachhaltig. Wenn Du einen richtig guten Beitrag bei Dir im Blog geschrieben hast, bekommst Du kostenlos und dauerhaft Besucher über die Suchmaschinen. Sofern sich Deine Position in den Suchergebnissen nicht verschlechtert, kann Dir das über Jahre oder gar Jahrzehnte Besucher einbringen.

Ganz ohne Social Media geht es trotzdem nicht

Auf der anderen Seite macht SEO aber natürlich auch Arbeit. Schließlich musst Du die Inhalte erschaffen, aktuell halten und bekannt machen. Nur so bekommst Du TOP Rankings bei Google & Co.

Dafür ist wiederum unter anderem Social Media ein guter Kanal. Insgesamt korrelieren SEO und Social Media mehr als es einige Webseitenbetreiber vermuten würden.

Wenn Du Beiträge von Dir in den sozialen Medien teilst, bekommst Du darüber nicht direkt besseren Platzierungen. Google hat auch gar nicht die technischen Mittel dazu, die Verlinkungen auf sozialen Plattformen als Rankingfaktor heranzuziehen. Auch wenn dieser Gedanke hartnäckig regelmäßig im Netz kursiert. Im Blog hatte ich bereits über diese sogenannten Social Signals geschrieben und entsprechende Quellen einbezogen.

Aber die Wahrscheinlichkeit, dass andere Webseitenbetreiber Dich sehen oder Deine Inhalte verlinken, steigt enorm an. Außerdem haben die sozialen Netzwerke ein hohes Vertrauen bei Google. Darum werden Profile häufig in den Suchergebnissen angezeigt. Was Dir wiederum Vorteile einbringt.

Meine Empfehlung ist daher: Nutze Social Media als Ergänzung zu Deinen Inhalten. So hast Du mehrere Traffic-Quellen und bist dennoch der Herr oder die Herrin über Deine Inhalte. Du gewinnst Leser und Kunden und verwirklichst mit Hilfe einer geeigneten Content Strategie Deine Ziele.

Abschließende Gedanken: Blog oder Social Media?

In meinen Augen untermauern die Statistiken von Jumpshot meine am Anfang aufgestellte These. Die Auswertung meines eigenen Traffics im Blog zeigt ähnliche Resultate. Darum ist eine eigene Webseite, die für Suchmaschinen optimiert wurde, der beste Weg um nachhaltig Leser / Kunden anzusprechen.

Du solltest Deinen Blog aufbauen und für SEO optimieren. Social Media kannst Du gern als Ergänzung einsetzen. Du solltest dort allerdings nur versuchen zu ködern und den Leser dann auf Deine Webseite leiten. Auf der Webseite kannst Du dann wesentlich effektiver Deine verfolgten Ziele erreichen. Egal ob Du nur viele Aufrufe brauchst, um mit der VG Wort Geld zu verdienen. Oder ob Du Kontaktanfragen für eine Dienstleistung als das Ziel betrachtest.

In jedem Fall macht es keinen Sinn, sich ausschließlich auf die sozialen Medien zu konzentrieren. Denn dort haben die Betreiber volle Kontrolle über Deine Beiträge. Können diese nutzen, veröffentlichen, vervielfältigen und sogar verändern. Außerdem bist Du auf die Gunst des jeweiligen Netzwerkes angewiesen.

Gerade Facebook sperrt da sehr schnell und willkürlich seine Nutzer ohne ersichtlichen Grund. Im Zweifelsfall verlierst Du nicht nur Deine Inhalte, sondern auch wichtige Kontakte. Erstelle Dir deshalb bitte unbedingt eine eigene Webseite.

Ronny Schneider

Ronny Schneider

ist seit vielen Jahren leidenschaftlicher Blogger, WordPress & SEO Enthusiast. Auf Blog als Nebenjob schreibt er regelmäßig, wie ein Blog erfolgreich gestaltet werden kann. Worüber er mehrere eBooks veröffentlicht hat (u.a. „Erfolgreich Bloggen“ und „Blogger Alltag“).

6 Kommentare

  1. Eddy

    Das Thema ist zwar eine Binse, aber man kann sie nicht oft genug wiederholen. Darum empfehle ich unseren Leserinnen und Lesern diesen Beitrag gerne weiter.

    Beste Grüße,
    Eddy

    Antworten
    • Jane von Klee

      Hei Eddy,

      das freut mich zu hören, danke. 🙂 Du hast recht: Das Thema ist nicht neu. Trotzdem gibt es noch so viele gerade kleine Selbstständige, die ausschließlich in den sozialen Medien posten, dass wir wahrscheinlich niemals aufhören können, es anzusprechen. Gerade auch nach den letzten Wochen, wo wieder so viele von Account-Sperrungen betroffen waren. Schauen wir mal, wie die Entwicklung in den nächsten Jahren aussehen wird.

      Viele Grüße

      Jane

      Antworten
  2. Britta Ogasahara

    Moin Jane, danke für diesen tollen Beitrag. Ich versuche meine blog Beiträge auch für SEO zu optimieren.

    Antworten
    • Jane von Klee

      Hei Britta,

      das klingt doch schon mal gut. „Ich versuche“ klingt, als wärst Du noch irgendwo unsicher. Kann das sein? Falls ja: Gibt es ein Thema, zu dem Dir Unterstützung wünschen würdest, zum Beispiel in Form einer Anleitung?

      Viele Grüße

      Jane

      Antworten
  3. Susanne

    Hej liebe Jane,

    danke für diesen Beitrag.
    Er hat mich jetzt inspiriert, einen kompletten Blog, den ich zuerst auf Substack veröffentlicht habe, auf meine Webseite zu ziehen.
    Substack habe ich über Empfehlungen genommen, weil eben – wie im Beitrag erwähnt – viele Contenterstellerinnen (ja – hier sind hauptsächlich Frauen betroffen) von den „Social“ Media klein gehalten, gesperrt und ausgeblendet werden.
    Auch mein Privatkonto bei Facebook war vor kurzem stark eingeschränkt und ich konnte keine Kommentare oder Beiträge in Gruppen einstellen, noch nicht einmal in meinen eigenen.

    Danke nochmal für die Anregung und den tollen Tipp!

    Antworten
    • Jane von Klee

      Hei Susanne,

      Substack kenne ich noch gar nicht, aber mit einer eigenen Website bist Du auf jeden Fall immer auf der sicheren Seite. Vorausgesetzt, Du machst ein Backup von ihr, falls mal was sein sollte. 🙂

      Antworten

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