Dieser Artikel wurde ursprünglich am 09.07.2025 veröffentlicht und am 22.10.2025 grundlegend aktualisiert.
Es ist soweit: Der Google AI Mode ist nun auch in Deutschland nutzbar – und revolutioniert die Suche, wie wir sie bisher kannten. Statt zehn blauer Links gibt es nun KI-generierte Antworten und die Möglichkeit, die Ergebnisse im Gespräch immer weiter zu verfeinern.
Auch SEO verändert sich dadurch und Selbstständige sollten jetzt reagieren, um nicht an Sichtbarkeit zu verlieren.
Das Wichtigste über den Google AI Mode in Kürze
- Der AI Mode sorgt für einen massiven Wandel in der Google-Suche – seit Oktober 2025 nun auch in Deutschland.
- Mit dem sogenannten Query Fan Out kann Google Dutzende oder sogar Hunderte Recherchen gleichzeitig durchführen und führt die Ergebnisse übersichtlich und zentral zusammen.
- Suchergebnisse werden stark personalisiert – und in Zukunft soll der AI Mode sogar selbstständig Buchungen vornehmen können.
- Die Zahl der Klicks über Google sinkt merklich, die Conversion Rates werden dafür aber voraussichtlich steigen.
- In Sachen SEO verlieren Keywords an Relevanz. Bedeutender ist dafür, mit ganzheitlichem Blick eine vertrauenswürdige Marke aufzubauen. Selbstständige sollten darauf so bald wie möglich ihren Fokus legen.
Was ist der Google AI Mode?
Der Google AI Mode ist eine neue, KI-gestützte Suchfunktion bei Google, die die klassischen Suchergebnisse komplett verändert.
Bisher hast Du zehn blaue Links bekommen und musstest Dich dann selbst durch die Websites klicken und Informationen herauspicken. Der AI Mode liefert direkt eine ausführliche Antwort, die aus einer Vielzahl verschiedener Quellen zusammengestellt wurde.
So sehen die Suchergebnisse bisher aus: 10 blaue Links, gelegentlich mit anderen Elementen wie Bildern oder AI Overviews angereichert.
So sieht der AI Mode aus: Aus vielen Quellen kuratierte Antworten in einer großen Übersicht.
Wie funktioniert der Google AI Mode?
Der AI Mode funktioniert ähnlich wie Du es von ChatGPT kennst als ChatBot. Du gibst Deine Frage ein, gerne auch mit Kontext, Bildern, Videos etc., und Googles KI-Modell Gemini 2.5 ermittelt die Antwort.
Die größte Neuerung: Der Query Fan Out
Bisher war es so: Du hast ein Keyword eingetippt und Google hat seinen Index nach passenden Inhalten konkret zu diesem Begriff durchsucht. Im AI Mode hingegen nimmt Google Deine Eingabe als Basis, stellt selbstständig Dutzende ergänzende Suchanfragen und führt die Vielfalt der Ergebnisse in einer kompakten Antwort zusammen. Eine Auswahl der Quellen wird als anklickbare Links mit ausgespielt.
Anschließend kannst Du direkt im Chat Rückfragen stellen und so die Antwort im Austausch mit der Künstlichen Intelligenz immer weiter verfeinern.
Für Nutzer:innen bedeutet das: Sie müssen nicht mehr mit verschiedenen Schlagwörtern und Formulierungen herumprobieren, jedes Mal 5–10 Seiten öffnen und sie in der Hoffnung überfliegen, die passende Antwort in einem großen Textblock zu erspähen, sondern bekommen genau das, was sie wissen wollten bequem serviert. Rechercheprozesse werden so extrem vereinfacht und verkürzt.
Für die Zukunft geplant: Erweiterte Assistenzfunktionen
Besonders ist auch, dass die Antworten individualisiert werden. Wenn die Nutzer:innen nicht explizit widersprechen, berücksichtigt der AI Mode frühere Suchanfragen, den Standort, aber zum Beispiel auch Einträge im Google-Kalender oder Unterhaltungen in GMail. Perspektivisch soll der AI Mode sogar als Assistent fungieren.
Beispiel: Du suchst nach einem Restaurant. Google weiß dank Deines Standorts, dass Du gerade in Lüneburg bist. Anhand Deiner früheren Suchanfragen weiß es, dass Du Veganerin bist. Und Dein Kalender verrät, dass Du heute Abend um 18 Uhr einen Termin mit einem Geschäftspartner hast. Es schlägt Dir also vegane Restaurants in Lübeck vor, die 18 Uhr noch freie Plätze haben, ohne dass Du das alles spezifizieren musst (und soll dann in Zukunft auch direkt für Dich buchen können).
Der Google AI Mode am praktischen Beispiel
Ich habe den Google AI Mode in verschiedenen Szenarien getestet und zeige Dir hier zwei Beispiele.
In Fall 1 habe ich Google nach Empfehlungen für einen Computer gefragt, der leistungsstark genug ist, um damit Videos zu schneiden, aber unter 700 € kostet.
Im Normalfall müsste ich nun selbst überlegen, wie ich das am besten angehe und als Keyword formuliere. Wahrscheinlich würde ich erstmal nach “computer für videoschnitt” suchen, schauen, was ich finde und mich dann Schritt für Schritt weiter ans Ziel herantasten.
Im AI Mode hingegen kann ich einfach all meine Anforderungen erklären und Google übernimmt die Arbeit für mich. In diesem konkreten Fall hat es im Hintergrund ganze 27 Suchanfragen für mich gestellt und ausgewertet.
Das Ergebnis: Eine ausführliche Zusammenstellung von Empfehlungen (inklusive Erklärungen dazu). Über das kleine Link-Symbol am Ende der Absätze kann ich mir die Quellen für diesen bestimmten Teil der Informationen ansehen.
Anschließend habe ich es mit einer Anfrage versucht, die auf Inspiration abzielt: “Ich bin zu einer Halloween-Party eingeladen. Als was könnte ich mich verkleiden? Es sollte etwas Ausgefallenes sein, was nicht jeder hat.”
Auch diese Anfrage ist deutlich spezifischer und komplexer als das, was wir bisher so bei Google eingegeben haben. Ergebnis:
Wie wirkt sich der AI Mode auf SEO aus?
SEO an sich (also die Art, wie wir Websites optimieren) verändert sich gar nicht so sehr. Vieles von dem, was jetzt in den sozialen Medien als neu verkauft wird, wird in Wahrheit schon seit Jahren empfohlen und alle, die sich mit SEO auskennen, sind nicht überrascht von den aktuellen Entwicklungen.
Was sich ein Stück weit ändert, sind die Prioritäten der verschiedenen SEO-To-dos. Bisher wurde zum Beispiel immer viel Wert auf Keywords gelegt und wie viel Suchvolumen sie haben. Jetzt verlieren Keywords an Bedeutung. Stattdessen wird es noch wichtiger, sich ganzheitlich als vertrauenswürdige Marke zu positionieren.
Wo wir deutliche Änderungen sehen werden, ist die Darstellung in der Google-Suche. Im neuen System wird nicht mehr so prominent verlinkt, sondern nach Möglichkeit werden Fragen direkt beantwortet. Menschen werden Websites dann vor allem aufrufen, um die Informationen auf ihre Korrektheit zu prüfen oder weil sie in der Customer Journey schon recht weit hinten stehen und jetzt handeln wollen (entweder im Sinne von “Ich kaufe jetzt!” oder wenigstens in die Richtung: “Ich will tiefer ins Thema einsteigen!”).
Das bedeutet, dass die Zahl der Klicks über Google sinkt, teilweise auch erheblich. Eine Analyse von Ahrefs hat zum Beispiel gezeigt, dass die Klickraten um 34,5 % sinken, wenn eine KI-Übersicht in den Suchergebnissen auftaucht.
Das wiederum verändert, wie wir den Erfolg von SEO messen (SEO-Tools arbeiten derzeit auf Hochtouren daran, neue sinnvolle Messwerte aufzutun, aber so richtig rund ist das alles noch nicht).
Generell können wir sagen:
Lohnt sich SEO noch, wenn der Google AI Mode beliebter wird?
Aus Nutzer:innensicht ist der AI Mode ein Riesengewinn. Recherchen, die früher Stunden gedauert haben, funktionieren nun in Minuten. Gleichzeitig werden alle Aussagen mit Quellen belegt und der AI Mode geht thematisch tendenziell auch mehr in die Tiefe als ChatGPT das bisher kann.
Wenn das Ding so funktioniert, wie es soll, ist es der berühmte Game Changer.
Selbstständigen hingegen machen die Entwicklungen Sorge: Lohnt sich SEO überhaupt noch, wenn die Leute doch weniger auf Websites klicken?
Die kurze Antwort: Ja.
Zum einen werden die Menschen wahrscheinlich mehr denn je suchen, weil die Ergebnisse besser sind.
Das ist ganz wichtig zu verstehen.
Es geht nicht darum, wie oft Deine Website angeklickt oder wie oft Du in den Suchergebnissen genannt wirst – sondern ob es im richtigen Kontext passiert, in den richtigen Konversationen. Und genau das kannst Du durch gezieltes SEO nach wie vor steuern.
Kritik am AI Mode: Rudert Google zurück?
Du merkst vielleicht: In dem ganzen Thema sind noch viele “wahrscheinlich”s und “voraussichtlich”s drin. Vieles wissen wir noch nicht sicher und können nur vermuten, wie sich die Online-Welt weiter entwickeln wird.
Für die meisten Selbstständige und Unternehmen sieht es bisher so aus, als würden sich zwar die Rahmenbedingungen ändern, aber grundsätzlich bleibt SEO ein sinnvoller Marketing-Kanal mit enormem Umsatz-Potenzial.
Anders sieht das aus bei Menschen und Organisationen, deren Geschäftsmodell darauf beruht, wie viele Klicks sie generieren – zum Beispiel, weil sie Werbeplätze auf ihrer Website verkaufen oder öffentliche Gelder bekommen, die an den Traffic gekoppelt sind. Auch Medienhäuser sind betroffen.
Unter anderem deshalb wird der AI Mode scharf kritisiert. Hinzu kommen Vorwürfe, KI-Suchergebnisse würden die Medien- und Meinungsvielfalt gefährden und der Algorithmus sei nicht transparent.
Google hat die Kritik bisher immer abgewiegelt (z. B. hier).
Ich habe in dem Zuge aber eine interessante Beobachtung gemacht:
In den USA ist der AI Mode einige Monate früher gestartet und ich habe ihn damals schon über einen VPN-Server ausprobiert. Bei ausnahmslos jeder Frage habe ich eine KI-Antwort bekommen.
In der deutschen Version hingegen gibt es (und zwar gar nicht mal so selten!) Fragen, bei denen ich keine Antwort bekomme, sondern nur eine Zusammenstellung von Quellen. Das sieht dann so aus:
Letzten Endes sind das dann doch wieder die altbekannten blauen Links.
Kann es sein, dass Google der Kritik hiermit entgegenkommt? Oder wird die Zahl der KI-Antworten noch steigen? Wir werden es sehen.
Wie kann ich meine Website für den Google AI Mode optimieren?
Wenn Du Deine Chancen steigern willst, im neuen Google AI Mode gefunden zu werden, halte Dich an die folgenden Grundsätze (sie gelten übrigens auch für die Sichtbarkeit in ChatGPT, Du schlägst da also zwei Fliegen mit einer Klappe). 🙂
1. Mach klassisches SEO!
Verschiedene Auswertungen (hier schön von Growth Memo zusammengetragen) zeigen: Seiten, die bisher gut bei Google gefunden wurden, werden tendenziell auch in KI-gestützten Modellen gefunden. Nicht 1:1, aber es gibt schon deutliche Überschneidungen.
Wenn Du Dich in den vergangenen Jahren schon mit SEO beschäftigt und es kontinuierlich umgesetzt hast, stehst Du deshalb jetzt schon mit einer sehr guten Basis da. Falls SEO bisher noch keine Rolle bei Dir gespielt hat, ist jetzt ein guter Zeitpunkt, um damit anzufangen. Suchintention verstehen und in die Optimierung einbeziehen, Texte richtig strukturieren, Backlinks aufbauen: All das bleibt weiter relevant.
Tipp
Alles, was Du als Selbstständige:r über SEO wissen musst, lernst Du in meinem SEO-Kurs, der SEO-Schatzkarte. Ich zeige Dir Schritt für Schritt, wie Du Deine Website für Suchmaschinen optimierst und bin dabei stets mit Rat, Tat und viel Feedback an Deiner Seite. Hier findest Du alle Infos zum Kurs!
2. Definiere Deine Wunschkund:innen noch genauer
Ich vermute, es kommt Dir schon zu den Ohren raus, aber: Du musst Deine Zielgruppe ganz genau kennen! Es reicht nicht, zu sagen: “Ich arbeite mit Frauen zwischen 20 und 99 Jahren, die gestresst sind”. Nee:
- Warum sind sie gestresst? (Zu viele Aufgaben auf Arbeit? Kommunikationsprobleme mit dem Chef? Zu viel Mental Load als Mutter? Perfektionismus und zu hohe Ansprüche an sich selbst?)
- Wie genau sieht ihre Lebensrealität aus?
- Was sind typische Situationen, in denen sie sich wiederfinden?
- Wie fühlen sie sich in diesen Situationen?
- Was sind Auslöser dafür, dass sie denken: “Jetzt reicht’s!”?
- Was probieren sie aus, um etwas an ihrer Lage zu verbessern, aber es funktioniert nicht?
- Welche ✨ konkreten ✨ Herausforderungen und Wünsche haben sie? (Statt: “Sie wollen weniger Stress” → “Sie wollen abends endlich entspannt auf dem Sofa lümmeln können, aber es geistern noch 300 offene To-dos durch ihren Kopf” oder: “Sie wollen ohne schlechtes Gewissen Nein sagen können, wenn der Kollege fünf Minuten vor Feierabend noch mit einer Aufgabe bei ihnen auftaucht”)
Hausaufgabe: Leg Dir ein Notizbuch oder ein Dokument auf Deinem Computer an und schreibe mit, was Kund:innen Dir über sich erzählen. Jede Geschichte im Kennenlerngespräch, jede kleine Frage an Dich kann die Basis für wertvollen SEO-Content sein.
3. Wähle für Deinen Content spezifische Themen
Dieser Punkt baut unmittelbar auf dem eben auf.
Ich gebe Dir mal ein völlig business-fernes Beispiel: Meine Tochter fragte mich kürzlich, ob Oktopusse pupsen können. Also habe ich die Frage exakt so Google gestellt – und als Ergebnis Seiten bekommen, die mir alles über Oktopusse erzählt haben. Ich musste mehrere davon öffnen und überfliegen, bis ich meine Antwort hatte (Ja, sie können).
Das ist ein ganz schönes Sinnbild dafür, wie es vielerorts bisher ist: Da werden Themen seeehr breit und allgemein behandelt und als Nutzerin muss ich mich durch all diese vielen Infos wühlen, auch wenn ich nur eine ganz bestimmte Sache wissen wollte.
Statt ganz allgemein zum Beispiel über das Thema “Selbstliebe” zu schreiben, achte künftig auf die Fragen und Herausforderungen, die Deine Kund:innen mit dem Thema haben und schreibe dann Texte spezifisch dazu. Zum Beispiel:
- Wie fühlt sich Selbstliebe denn eigentlich an?
- Wie entsteht fehlende Selbstliebe?
- Warum ist Selbstliebe in einer Beziehung wichtig?
4. Komm in Deinem Content zum Punkt
Bisher sind besonders Blogartikel oft so aufgebaut, dass man Leser:innen erstmal allgemein abholt (“Was ist XY?”, “Warum ist XY wichtig?”) und hinten raus immer spezifischer wird. Es ist eine umgedrehte Pyramide:
Im KI-Zeitalter müssen wir die Pyramide andersrum angehen:
Das bedeutet: Gib klare, konkrete Antworten vom Start weg. Hintergründe, Kontext und Einordnungen dazu dürfen im Anschluss folgen.
Best Practice:
Stelle an den Anfang Deines Textes einen kurzen “Das Wichtigste in Kürze”-Teil, der die wichtigsten Erkenntnisse zusammenfasst. Wie das aussehen kann, siehst Du in diesem Beitrag ganz oben.5. Biete originale Inhalte
Definitionen und oberflächliche Erklärungen finde ich heute überall. Damit gewinnst Du keinen Blumentopf mehr. Versuche deshalb, ein Original zu sein und Informationen zu bieten, die so sonst niemand hat:
- Einblicke in Dein Business und Deine Arbeit
- Fallbeispiele aus der Arbeit mit Kund:innen
- Persönliche Erfahrungen und Einschätzungen
- Kreative Metaphern und Beispiele
- Meinungen zu Deinem Thema
- Gegenansichten zu Dingen, die in Deiner Branche kommuniziert werden, bei denen Du aber nicht mitgehst
- Aufklärung von Mythen oder gängigen Fehlern in Deinem Bereich
- Eigene Studien & Umfragen
6. Sorge mit strukturierten Daten dafür, dass Suchmaschinen Deine Seite gut auslesen können
Strukturierte Daten sind, grob gesagt, Code-Schnipsel auf Deinen Angebotsseiten und Blogartikeln. Sie helfen Suchmaschinen, Deine Inhalte besser zu verstehen. Dadurch können sie Dich schneller und besser ranken. In KI-gestützten Suchen werden Inhalte mit korrekt eingebundenem Schema.org-Markup bevorzugt ausgespielt.
Tipp:
Falls Du hier gerade nur Bahnhof verstehst: Keine Sorge. Wie strukturierte Daten genau funktionieren und wie Du sie ganz einfach auf Deiner Website einbindest, habe ich Schritt für Schritt in einem Online-Workshop gezeigt. Hol Dir hier gern die Aufzeichnung – und in nur einer Stunde weißt Du nicht nur alles, was Du wissen musst, sondern hast auch schon ein erstes Set strukturierte Daten online. Tschakka!
7. Digitalisiere Deine Angebote
Lass uns kurz zurückdenken an mein Beispiel zur Individualisierung der Google-Suche von oben: Jemand sucht nach einem Restaurant. Google weiß, dass sich die Person in Lüneburg aufhält, wann sie essen gehen möchte und dass sie Veganerin ist und schlägt daraufhin Restaurants vor, die 18 Uhr in Lüneburg freie Plätze haben und vegane Speisen anbieten.
Was passiert, wenn Du ein Restaurant führst, aber es online weder eine gut auslesbare Speisekarte noch eine Online-Reservierung gibt?
Richtig: Du fällst bei Google durchs Raster. Du kannst Dich natürlich auf Stamm- und Laufkundschaft verlassen, aber wenn Du neue Leute online auf Dein Business aufmerksam machen willst, muss es digital aufgestellt sein.
Das gilt natürlich nicht nur für Restaurants, sondern genauso für Physiotherapeut:innen, Betreiber:innen von Hotels und Ferienwohnungen, Fotograf:innen und alle anderen, die vor Ort eine Dienstleistung oder Beratung anbieten.
8. Baue Deine Marke auf – und zwar ganzheitlich
Das Internet ist geflutet mit Informationen, teilweise von Hinz und Kunz. Die wichtigste Währung in diesem Kontext ist Vertrauen: Wem kann ich online wirklich glauben?
Das fragt sich auch Google. Deshalb beobachtet es Deine Marke und analysiert alles, was es im Netz über Dich finden kann (Rezensionen, Unterhaltungen über Dich in Foren, Interviews mit Dir, Medienberichte etc.).
Du solltest zeigen, dass Du vertrauenswürdig bist, wo immer Du kannst. Zum Beispiel so:
- Veröffentliche regelmäßig hochwertigen Content zu Deinem Thema (auf Deinem Blog, aber gerne auch darüber hinaus – zum Beispiel auf YouTube, in einem Podcast oder auf Social Media).
- Halte Deine Website aktuell.
- Mache glasklar deutlich, was genau Du anbietest und für wen.
- Untermauere Behauptungen immer mit Quellen.
- Baue in Blogartikel eine Autorenbox ein, die Dich kurz vorstellt.
- Sorge dafür, dass Daten über Dein Business überall aktuell und einheitlich sind (auf Facebook sollten zum Beispiel die gleichen Öffnungszeiten stehen wie bei Google Business).
- Baue wie gehabt Backlinks auf.
- Schreibe Gastbeiträge für andere Blogs oder Fachportale.
Viel zu oft wird SEO als Projekt für sich betrachtet. Dabei ist es eng mit allen anderen Marketing-Formen verzahnt und sollte mehr denn je ganzheitlich gedacht werden.
Warum der AI Mode für Selbstständige eine riesige Chance sein kann
Ich merke, dass viele Selbstständige gerade verunsichert sind, wie es mit SEO weitergeht und was künftig noch funktioniert. Ich glaube, das ist normal, denn Neues ist immer erstmal beängstigend. In meinen Augen ist der neue AI Mode aber auch eine riesige Chance für uns Selbstständige und zwar deshalb:
1. Du kannst viel besser steuern, wen Du erreichen willst
Bisher mussten Themen oft recht generisch betrachtet werden. Eine meiner Kundinnen bearbeitet beispielsweise das Thema Resilienz für Lehrkräfte. Das wird so spezifisch aber selten gesucht und wenn sie nur über Resilienz allgemein schreibt, erreicht sie auch Menschen, die gar nicht zu ihrem Angebot passen.
Und desto weniger können wir uns darauf verlassen, dass Menschen, die die Website anklicken, später auch etwas kaufen.
Jetzt wird das alles spezifischer und wir können konkreter für die eigene Zielgruppe schreiben und optimieren.
2. Auch kurze Texte können funktionieren
Jahrelang ging der Trend zu immer längeren Texten. Blogartikel waren oft 3.000 Wörter und mehr lang. Das muss man ja erstmal schreiben!
Die KI bevorzugt Texte zu klar umrissenen Themen, die schnell zum Punkt kommen. Das heißt: Du kannst künftig auch mit kürzeren Texten wieder was reißen und hast viel weniger Zeitaufwand, um einen optimierten Blogartikel zu veröffentlichen.
3. Die Keyword-Hürde entfällt
Die richtigen Keywords für das eigene Business zu finden, Cluster zusammenzustellen und die dann clever im Text zu verbauen, war bisher eine Wissenschaft für sich. In Zukunft musst Du zum Glück weniger darauf achten und kannst entspannter schreiben.
Damit fällt eine der größten Hürden und Zeitfresser weg, SEO wird intuitiver.
Fazit: SEO kann kein Einzelprojekt sein
Viele denken dass sie SEO nur einmal machen und es ein Projekt für sich ist. Ist es nicht. War es nie und wird es in Zukunft sogar noch weniger sein. Ich kann das nicht oft genug betonen:
SEO wie wir es bisher kannten, ist die Basis für das, was kommt. Deswegen sind alle, die sich damit in den letzten Jahren ernsthaft beschäftigt haben (und modernen Ansätzen gefolgt sind, nicht Suchvolumen-Gekasper oder WDF*IDF) jetzt schon gut aufgestellt. Von diesem Fundament aus können wir uns nun weiterentwickeln. Und sollten das tun!
Wer die Anpassungen an den AI Mode aufschiebt, wird nicht von heute auf morgen irrelevant werden – aber durchaus in absehbarer Zeit die Folgen spüren. Deshalb möchte ich an dieser Stelle in aller Deutlichkeit zusammenfassen: Komm in die Hufe. 😅
Einen ersten Schritt kannst Du gern mit meinem aufgezeichneten Online-Workshop gehen: In nur einer Stunde lernst Du darin, wie strukturierte Daten Deine Auffindbarkeit in Suchmaschinen und KI-Tools verbessern und wie Du sie richtig in Deine Website einbaust. Leg gerne gleich los!

Jane von Klee
ist SEO-Fachfrau, Werbetexterin und Content-Strategin. Sie unterstützt Selbstständige dabei, online sichtbar zu werden, mit ihren Botschaften und Angeboten mutig Raum einzunehmen und zu verkaufen, ohne dabei schmierig oder marktschreierisch zu sein. Janes Strategien sind speziell auf Selbstständige zugeschnitten: effizient und zeitsparend, mit Fokus auf Empathie und Menschlichkeit.






Super spannend, vielen Dank! Macht es dann auch Sinn, lange Blogbeiträge zu teilen? (Ich hab grad einen mit über 4000 Wörtern geschrieben und erwäge nun, ihn in zwei Blogbeiträge zu teilen.
Danke für den interessanten Artikel
Danke für diesen tollten Artikel und die „Zukunftsreise.“ Ein spannendes Thema.
Vielen Dank. Sehr informativ. Hat mich echt weitergebracht.
Danke für den fantastischen Artikel.
Liebe Jane, vielen Dank für diesen (wieder mal) umfassenden und informativen Beitrag. Auch ich bekomme die KI-gestützten Zusammenfassungen bei meiner deutlich gesunkenen Reichweite zu spüren. Gleichzeitig dachte ich aber auch, dass im Umkehrschluss diejenigen, die noch ankommen, dafür viel spezifischer und interessierter sein müssten – und genau das bestätigst Du. Vielen Dank dafür! Von der ersten Schockstarre erholt, bin ich nun wieder motiviert, meine Seite AI Mode-fit zu machen. Liebe Grüße, Jasmin
Hei Jasmin, es freut mich sehr, dass Du nun wieder mit neuer Motivation starten kannst. Das ist super! Mit den sinkenden Klickzahlen müssen wir uns wohl leider abfinden … Aber es wird trotzdem weitergehen. 🙂 Viele Grüße! Jane
Sehr guter Artikel! Gut erklärt, gut aufgezeigt.
Danke!
LG Edith
Danke für das Feedback, Edith! 🙂
Seit Langem hab ich mal wieder einen Blog-Artikel vollständig durchgelesen. Vielen Dank für das Teilen deiner Expertise. Es bleibt spannend 🙂
Oh, das ist wohl das größte Lob überhaupt für mich. Danke Dir! Spannend bleibt es auf jeden Fall – aber wir werden immer einen Umgang mit den Neuerungen finden, da bin ich sehr optimistisch. 🙂
Liebe Jane,
was für ein toller und verständlicher Artikel, gerade wo ich mit SEO ein wenig auf Kriegsfuß stehe :-). Dankeschön für Deine Mühe, Dein Wissen so übersichtlich zu teilen. Ich bin sehr gespannt, wohin uns die KI-Reise noch führt. Sich ständig fortzubilden und am Puls der Zeit zu sein, erscheint mir aber als unheimlich nötig und wichtig.
Viele Grüße
Susanne
Hei Susanne,
es freut mich sehr, dass ich Dir das Thema mit meinem Artikel näherbringen konnte, obwohl Du mit SEO auf Kriegsfuß stehst. 🙂 Was lässt Dich denn da die Schwerter ziehen?
Viele Grüße
Jane