Zuletzt aktualisiert am 20. April 2023.

Beitragsbild mit Aufschrift: Warum Dir auch Keywords mit kleinem Suchvolumen nützen

Das Suchvolumen ist einer der wichtigsten Werte bei der Keyword-Recherche: Anhand dieser Kennzahl kannst Du entscheiden, auf welche Keywords Du Deine Website oder Deinen Blog optimieren möchtest. Sprich: Wie Du Deine Zeit und Energie investierst und wie viel Ergebnis Du dafür erwarten kannst.

Allerdings wird das Suchvolumen oft auch überbewertet oder einfach falsch interpretiert. Der wohl häufigste Satz, den ich dazu höre: “Das Keyword wird nur 10/30/50 Mal gesucht. Das lohnt sich nicht!”

Aber: Oft lohnt es sich eben doch! Trotz kleinen Suchvolumens.

In diesem Artikel gebe ich Dir einen Überblick, was das Suchvolumen bedeutet, wie Du es ermittelst und warum Keywords nicht immer ein hohes Suchvolumen haben müssen, um Dir zu nützen.

Das Suchvolumen zeigt an, wie oft eine bestimmte Suchanfrage (Keyword) pro Monat bei Google eingetippt wird. Dazu wird ein Durchschnittswert der vergangenen zwölf Monate herangezogen.

Ein Beispiel: Das Keyword “suchvolumen” hat ein Suchvolumen von 320. Das bedeutet, dieser Begriff wird durchschnittlich 320 Mal pro Monat bei Google eingetippt.

Die Bedeutung des Suchvolumens für die Suchmaschinenoptimierung

Der Nutzen des Suchvolumens lässt sich ganz kurz zusammenfassen: Es zeigt Dir, ob es sich lohnt, eine Seite auf ein bestimmtes Keyword zu optimieren.

Jeder Text, den Du schreibst, kostet Dich Zeit und Mühe: Du recherchierst, analysierst die Suchintention, überlegst Dir eine Gliederung, schreibst den eigentlichen Text, liest gegen, strukturierst den Text mit Zwischenüberschriften, Aufzählungspunkten usw., baust vielleicht noch Bilder oder Videos ein, setzt Verlinkungen zu anderen Seiten und einiges mehr. Suchmaschinenoptimierung (SEO) ist kein Hexenwerk, aber es braucht Zeit!

Wenn Du all den Aufwand jetzt für ein Keyword betreibst, das niemand sucht, war er umsonst. Selbst, wenn Du für dieses Keyword bei Google auf der ersten Seite stehst: Es kommt trotzdem niemand auf Deine Website. Dü-düm.

Du solltest das Suchvolumen also immer schon prüfen, bevor Du mit einem Text anfängst. Es ist Deine Versicherung, dass sich ein gutes Ranking auszahlt und Du nicht einfach ins Blaue hinein optimierst.

4 kostenlose und kostenpflichtige Tools, um das Suchvolumen auf Google zu ermitteln

Das Suchvolumen abzurufen, geht ziemlich einfach und schnell über verschiedene Tools. Vier der bekanntesten und unter Selbstständigen beliebtesten stelle ich Dir vor:

Ubersuggest oder KWFinder

Ubersuggest und der KWFinder* (Das ist ein Partnerlink – solltest Du den KWFinder darüber buchen, bekomme ich eine Provision) sind sozusagen die Standard-Keyword-Tools, die Platzhirsche am Markt. Es gibt auch noch viele andere Profi-Tools, aber die sind für Selbstständige und kleine Unternehmen meist überdimensioniert. Ubersuggest und der KWFinder bieten das beste Preis-Leistungs-Verhältnis.

Inhaltlich nehmen die beiden sich nicht viel, deshalb stelle ich sie hier auch zusammen vor. Bei beiden kannst Du ein Keyword (oder auch mehrere gleichzeitig) eingeben und bekommst dann das Suchvolumen angezeigt. Außerdem liefern Dir die Tools noch andere wichtige Kennzahlen, die bei der Auswahl Deiner Keywords eine Rolle spielen, zum Beispiel den Konkurrenzwert (Keyword Difficulty).

So sieht es aus, wenn Du mit Ubersuggest das Suchvolumen auf Google ermittelst.

Ich persönlich arbeite mittlerweile lieber mit Ubersuggest, weil ich pro Tag mehr Keywords nachschauen kann und ich es in der Verwendung angenehmer finde. Das ist aber Geschmackssache.

Praktisch ist bei Ubersuggest auch der Lifetime-Deal. Wenn Du weißt, dass Du langfristig SEO betreiben möchtest und das Tool immer wieder brauchst, musst Du kein Abo abschließen, sondern kannst Ubersuggest für 290 Euro dauerhaft nutzen.

Allerdings hat das Tool auch einen Nachteil, denn zu einigen Themen stellt es keine Daten zur Verfügung. Dazu gehören unter anderem umstrittene medizinische Themen, alles, was mit Drogen und Waffen zu tun und auch viele Themen, die sich um Kinder drehen. Mehr dazu kannst Du hier nachlesen.

Solltest Du also zum Beispiel im Bereich bedürfnisorientierte Erziehung unterwegs sein, nimm lieber den KWFinder.

Grundsätzlich gilt: Wenn Du es mit SEO ernst meinst, kommst Du um ein gutes Keyword-Tool nicht herum. Ubersuggest und KWFinder sind hier beide gute Optionen.

Vorteile

  • Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Geben Dir nicht nur das Suchvolumen, sondern auch andere wichtige Kennzahlen wie die SEO Difficulty
  • Bringen viele weitere nützliche Features mit – zum Beispiel Keyword-Ideen, ein Rank-Tracking und mehr

Nachteile

  • Kostenpflichtig
  • Brauchen etwas Einarbeitung

SearchVolume.io

Mit SearchVolume.io kannst Du das Suchvolumen von bis zu 800 Keywords kostenlos abrufen. Allerdings bekommst Du wirklich nur das Suchvolumen, nicht die anderen wichtigen Zahlen.

So sieht es aus, wenn Du mit Searchvolume.io das Suchvolumen auf Google abfragst.

Es ist deshalb in Ordnung, wenn Du mit SEO anfängst und erstmal reinschnuppern möchtest, aber keine dauerhafte Lösung.

Vorteile

  • Kostenlos
  • Intuitiv sofort nutzbar

Nachteile

  • Keine weiteren Kennzahlen wie Difficulty und Cost per Click (CPC)

Google Keyword Planer

Auch den Google Keyword Planer kannst Du kostenfrei nutzen. Allerdings musst Du vorher erst ein Werbekonto bei Google einrichten. Außerdem zeigt es nur sehr grobe Von-Bis-Werte an und leider sind die Spannen da oft sehr groß (1.000–10.000 zum Beispiel). Für genauere Werte musst Du eine aktive Werbekampagne haben.

Ich selbst nutze den Google Keyword Planer nicht gerne, aber es gibt auch Fans. Du kannst es also einfach mal ausprobieren, wenn Du möchtest.

Vorteile

  • Kostenlos

Nachteile

  • Zeigt ungenaue Von-Bis-Werte
  • Difficulty bezieht sich auf Ads, nicht auf organische Suchergebnisse

Bitte beachte: Verschiedene Tools können verschiedene Suchvolumina ausgeben

Das liegt daran, dass sich ihre Arbeitsweise im Hintergrund unterscheidet. Meine Empfehlung: Entscheide Dich für ein Tool und analysiere Deine Keywords damit. Dadurch sind die Zahlen untereinander besser vergleichbar.

Was Du wissen solltest, um das Suchvolumen korrekt einschätzen zu können

So, jetzt kommen wir zum spannenden Teil! 😀 Denn wie gesagt ist Suchvolumen nicht gleich Suchvolumen und es gibt bei dem Thema häufig Missverständnisse. So passiert es immer wieder, dass Selbstständige Keywords aussortieren, die ein niedriges Suchvolumen haben, aber eigentlich trotzdem sinnvoll für sie gewesen wären.

Lass uns deshalb tiefer in die Materie einsteigen:

Das Suchvolumen ist nicht gleich die Zahl der Menschen, die auf Deine Website kommen

Erstes Missverständnis: Das Suchvolumen sagt Dir, wie viele Menschen einen Begriff bei Google eingeben – nicht, wie viele dann auch tatsächlich auf Deine Website kommen. Das ist ein wichtiger Unterschied.

Nehmen wir mal an, jemand würde “rückenschmerzen was tun” googeln. Das wird 1.600 Mal im Monat gesucht.

Die Person bekommt dann über neun Millionen Ergebnisse ausgeworfen und wird sich sehr wahrscheinlich für eines auf der ersten Ergebnisseite entscheiden. Je weiter oben eine Seite in diesen Top 10 steht, desto mehr Klicks bekommt sie. Platz 1 bekommt im Schnitt 28,5 Prozent der Klicks, Platz 10 noch 2,8 Prozent.

Würdest Du nun also mit einem Blogartikel für das Keyword “rückenschmerzen was tun” auf Platz 1 stehen, kämen nicht 1.600 Menschen auf Deine Website, sondern vielleicht 456. Stehst Du auf Platz 10, kämen noch 45 potenzielle Kund:innen vorbei – wie gesagt, im Schnitt.

Und wenn Dein Keyword von vornherein nur ein Suchvolumen von 10 hat? Dann kommen pro Monat maximal zwei bis drei Leute auf Deiner Website an.

Die Zahlen können noch etwas sinken, weil zu einigen Suchanfragen nicht nur klassische Ergebnisse ausgegeben werden, sondern auch Infokästen in sogenannten Featured Snippets, Frage-Antwort-Boxen, Weltkarten, Nachrichtenmeldungen, Bilderkarussells und andere Elemente.

Eine Suchergebnisseite bei Google mit Featured Snippets

So kann ein Featured Snippet zum Beispiel aussehen: Oben steht eine Infobox mit Tipps und Bildern. Darunter kommt ein Frage-Antwort-Bereich.

Wenn den Suchenden die kurzen Informationen darin reichen, haben sie keinen Grund mehr, eine Website überhaupt noch anzuklicken.

Ich glaube, die nackten Zahlen zeigen deutlich, warum es grundsätzlich sinnvoll ist, ein gewisses Mindestsuchvolumen anzupeilen: Es gibt reichlich Schwund auf dem Weg.

Es sind saisonale Schwankungen möglich

Weiter oben habe ich schon erwähnt: Das Suchvolumen ist immer nur ein Durchschnitt der vergangenen zwölf Monate

Manche Keywords werden das ganze Jahr über relativ gleichmäßig gesucht, bei anderen gibt es saisonale Schwankungen.

Schau Dir zum Beispiel mal den Suchverlauf für das Keyword “schuleinführung geschenk” an:

Hier gibt es beim Suchvolumen eine deutliche Spitze im August.

Im August ist eine deutliche Spitze im Suchvolumen zu sehen.

Es gibt aber auch Trends, die sich nicht jährlich wiederholen. Beispiel: Nach “diskette” sucht heute fast niemand mehr:

Entwicklung des Suchvolumens für das Keyword disketto auf Google im Laufe der Jahre.

Bei “elektroauto” hingegen verlief der Trend umgekehrt:

Entwicklung des Suchvolumens für das Keyword elektroauto auf Google im Laufe der Jahre.

Solche Entwicklungen kannst Du über Google Trends einsehen.

Wahrscheinlich fragst Du Dich jetzt, warum ich Dir das erzähle.

Ganz einfach: SEO braucht mehrere Wochen bis Monate Zeit, bis es greift. Es ist deshalb ratsam, eine Seite oder einen Blogartikel zwei bis vier Monate zu veröffentlichen, bevor das Keyword seinen Peak erreicht. Als DIY-Blog musst Du – zumindest aus SEO-Sicht – im Dezember nicht mehr mit Weihnachtsbastelideen anfangen. 🙂

Das Suchvolumen bezieht sich meistens auf ein bestimmtes Land

Bei den meisten Keyword-Tools ermittelst Du das Suchvolumen für ein bestimmtes Land. Was aber, wenn Du nicht nur lokal oder regional tätig bist, sondern ein Online-Business hast? Dann könnten theoretisch auch Menschen aus anderen Ländern auf Dich aufmerksam werden.

Das Keyword “zeitmanagement methoden” wird beispielsweise 2.400 Mal im Monat gesucht – in Deutschland. Aus Österreich kommen noch mal 210 Suchanfragen oben drauf, aus der Schweiz 140. Das summiert sich.

Fairerweise muss ich hier aber sagen, dass Google eine lokale Präferenz hat. Deutsche Websites werden in Deutschland bevorzugt ausgespielt, österreichische in Österreich und so weiter. Wenn Du in mehreren Ländern gefunden werden willst, müsstest Du Deine SEO-Strategie insgesamt daran anpassen – das beginnt bei der Wahl Deiner Domain.

Das Suchvolumen ähnlicher Keywords wird oft zusammengefasst

Manche Keywords unterscheiden sich nur in der Schreibweise oder hängen semantisch sehr eng zusammen (zum Beispiel, wenn Du mal nach dem Singular und mal nach dem Plural suchst).

In solchen Fällen fassen viele Tools die Daten zusammen. Du bekommst dann für jedes der Keywords einen Wert, aber eigentlich sind alle Begriffe in diesem Wert schon mit drin. Die Zahlen lassen sich nicht addieren.

Klingt abstrakt?

Hier kommt ein Beispiel:

In dieser Keyword-Tabelle wurde das Suchvolumen von Ubersuggest zusammengefasst.

Die Keywords “team coach”, “teamcoach”, “team coaches” und “teamcoaching” sind sich sehr ähnlich. Angeblich werden sie alle 720 Mal pro Monat gesucht. In Wahrheit sind es aber 720 Suchanfragen für alle vier Keywords zusammen.

Aus diesem Grund rate ich dazu, Dir nie nur ein einzelnes Keyword anzuschauen, sondern immer ein Thema als Ganzes zu betrachten.

Mehrere Keywords können sich zu einem hohen Suchvolumen addieren

Online kursiert oft noch der Mythos, dass jede Seite genau ein Keyword braucht. Das ist aber nicht so. Du kannst sogenannte Keyword-Cluster bilden und darüber mit einer Seite für mehrere Keywords gleichzeitig gefunden werden!

Keyword-Cluster bestehen immer aus einem Fokus-Keyword, das das Oberthema darstellt und mehreren Nebenkeywords, die entweder Synonyme darstellen oder Unterthemen und spezifische Fragen zum Oberthema abdecken. 

Beispiel:

So kann ein Keyword-Cluster aussehen.

“stress abbauen” wäre in diesem Fall das Fokus-Keyword mit 6.600 Suchanfragen. “stress reduzieren” ist ein Synonym und wird 1.600 Mal im Monat gesucht. Und dann haben wir noch konkretere Anfragen wie “stress abbauen tipps” mit einem Suchvolumen von 590 oder “wie lange dauert es bis stress abgebaut ist” mit 30 Suchanfragen (nicht im Bild zu sehen, weil die Liste zu lang ist).

Statt Dich jetzt mit den 6.600 Suchanfragen vom Fokus-Keyword zu begnügen, kannst Du alle Keywords zusammenrechnen. Allein mit den hier im Text herausgepickten Begriffen wären wir schon bei 8.820 Anfragen. Und dann kommt der Rest der Liste im Bild noch oben drauf.

Auch das ist ein Grund, warum Du nie auf ein einzelnes Keyword, sondern lieber auf komplette Themen schauen solltest.

Was ist ein gutes Suchvolumen?

Halten wir fest: Ganz grundsätzlich ist es sinnvoll, ein hohes Suchvolumen zu haben. Aber was genau ist nun ein “hohes” oder “gutes” Suchvolumen?

Das hängt sehr von Deiner Branche ab. Es gibt Nischenthemen und solche, die eine breite Menge von Menschen betreffen und interessieren. Wenn Du mit der Alexandertechnik arbeitest, hast Du naturgemäß weniger Suchvolumen als wenn Du auf Deinem Blog Smartphone-Vergleiche postest.

Du kannst deshalb nur innerhalb Deines großen Oberthemas vergleichen.

Hinzu kommt, dass einzelne Keywords wenig aussagen und Du aus den genannten Gründen lieber auf Cluster achten solltest. Diese Cluster können sich bunt gemischt aus Keywords mit hohem und niedrigem Suchvolumen zusammensetzen. 

Um es direkt zu sagen: Keywords mit vergleichsweise kleinem Suchvolumen sind nicht automatisch schlecht. Sie können in Clustern mitlaufen und Dir so zusätzlichen Traffic auf die Website bringen (Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist). Und in manchen Fällen lohnt es sich sogar, ausschließlich auf sehr kleine Keywords (Suchvolumen von 100 und weniger) zu optimieren.

Warum sich auch Keywords mit kleinem Suchvolumen für Dich lohnen können

Ich fange mal mit einer simplen Frage an: Wie viel Reichweite brauchst Du denn überhaupt?

In meinem SEO-Kurs und 1:1-Gesprächen merke ich immer wieder, dass viele Selbstständige von der ganz großen Sichtbarkeit träumen. Minimum 3.000 Website-Besucher:innen pro Monat! Besser 10.000 oder noch mehr.

Das ist per se erstmal ein legitimes Ziel. Nur: Viele brauchen eine solche Reichweite gar nicht.

Das ist meistens dann der Fall, wenn Du kein skalierbares Online-Business mit Kursen und Workshops oder einen Online-Shop hast, sondern Dienstleistungen, Beratungen oder Coachings anbietest. Denn Deine Zeit ist ja begrenzt: Wie viele Kund:innen kannst Du effektiv gleichzeitig betreuen? Wie viele müsstest Du pro Monat neu gewinnen? Und brauchst Du für diese Zahl wirklich mehrere Tausend Website-Besucher:innen oder reichen nicht auch 500?

In diesem Artikel zeige ich Dir, wie Du Deinen möglichen Umsatz durch SEO berechnest.

Aber auch, wenn es für Dich sinnvoll und wichtig ist, große SEO-Brötchen zu backen, können sich Keywords mit kleinem Suchvolumen lohnen. Aus diesen vier Gründen:

1. Keywords mit wenig Suchvolumen haben oft auch wenig Konkurrenz

Keywords mit wenig Suchvolumen sind bei Google meistens auch weniger umkämpft. Das gilt nicht in jedem Fall, aber es gibt doch eine klare Tendenz. Gerade viele Konzerne tragen die Nase zu weit oben, um sich auch mit kleineren Keywords abzugeben, um es jetzt mal fies auszudrücken. 😅

Warum ist das wichtig?

Weil es für Dich umso schwieriger wird, ein gutes Ranking zu erreichen, je höher die Konkurrenz ist.

Bevor wir uns falsch verstehen: Es ist durchaus möglich, auch für Keywords mit mittlerer und hoher Konkurrenz gefunden zu werden – aber es ist aufwändiger und dauert länger. Und Du hast keine Garantie, dass sich Deine Mühe wirklich auszahlt.

Merke:

Für Dich ist es besser, für ein Keyword-Cluster mit einem Gesamtsuchvolumen von 50 auf Platz 1 im Ranking zu stehen als mit einem Cluster mit 5.000 Anfragen auf Rang 20.

Erinnere Dich an die Zahlen, die ich oben genannt habe: Im Schnitt kommen 28,5 Prozent der Leute auf Deine Website, wenn Du auf Platz 1 bist. Bei einem Suchvolumen von 50 sind das immerhin 14 Personen.

Auf Seite 2 bei Google und alle, die danach kommen, schaut fast niemand mehr. Geschweigedenn, dass geklickt wird. Dort bekommst Du vielleicht 0,1 Prozent der Klicks. Bei einem Suchvolumen von 5.000 sind das 5 Personen.

Rechnest Du noch mit? Obwohl das Suchvolumen im ersten Fall kleiner ist, kommen mehr Menschen bei Dir an.

2. Die Optimierung für konkrete Keywords ist leichter

Keywords haben oft deshalb ein kleines Suchvolumen, weil sie konkreter formuliert sind.

“stress” zum Beispiel wird monatlich 27.100 Mal gesucht. “stress abbauen” noch 6.600 und “wie lange dauert es bis stress abgebaut ist” nur noch 30 Mal.

Die Optimierung Deiner Seite nun hängt von der sogenannten Suchintention ab. Das heißt: Du versuchst zu verstehen, warum jemand ein Keyword so eintippt, was die Person erwartet und erhofft – und dann gibst Du ihr genau das.

Bei “wie lange dauert es bis stress abgebaut ist” ist die Sachlage ziemlich klar: Du siehst eine spezifische Frage und gibst eine spezifische Antwort. Fertig.

Bei “stress abbauen” kannst Du Dir auch noch ein bisschen was denken: Wahrscheinlich hat die suchende Person viel Stress, leidet darunter und möchte Tipps, wie sie diesen Stress reduzieren kann. Oder sie kennt jemanden, der sehr gestresst ist und dem sie helfen möchte.

Aber jemand, der einfach nur “stress” sucht? Der kann alles und nichts brauchen. Will er eine Definition, was Stress ist? Möchte er wissen, welche Arten von Stress es gibt? Was Ursachen sein können? Oder sucht er nach Lösungen?

Wir tappen da komplett im Dunkeln. Dadurch wird es dann auch schwer, Deine Website zu optimieren und Leser:innen genau das zu geben, was sie sehen wollen. Weil Du halt nicht weißt, was sie sehen wollen.

Bei allgemein formulierten Keywords mit großem Suchvolumen ist die Gefahr viel größer, dass Du Dich thematisch verrennst, viel Aufwand investierst und dann trotzdem nicht gefunden wirst oder die falschen Menschen erreichst. Was uns zum nächsten Punkt bringt:

3. Du erreichst nur die Menschen, die ideal zu Dir und Deinem Business passen

Konkrete Suchanfragen können Menschen oft erst dann stellen, wenn sie ein Stück weit mit dem Thema vertraut sind. Für gewisse Begriffe und Formulierungen brauchen sie ein Vorwissen.

Das ist nützlich zu wissen, denn es bedeutet: Über spezifische, kleine Keywords erreichst Du genau die Menschen, denen Du optimal helfen kannst. Bei Keywords mit hohem Suchvolumen hingegen gibt es oft “Beifang”. Das heißt: Es kommen zwar Menschen auf Deine Website, aber sie gehen dann direkt wieder, weil Deine Spezialisierung nicht zu ihnen passt.

Stell Dir vor, Dein Fachthema ist ADHS bei Kindern. “adhs” wird 74.000 Mal im Monat gesucht – aber nicht alle diese Suchanfragen stammen von Angehörigen von Kindern. Einige sind zum Beispiel erwachsen und haben selbst ADHS.

Wenn nun aber jemand zum Beispiel nach “überfordert mit adhs kind” (20 Suchanfragen pro Monat) sucht, sagt das schon viel über die Person aus:

  1. Sie weiß, was ADHS ist.
  2. Sie hat wahrscheinlich eine Diagnose für ihr Kind erhalten.
  3. Sie ist schon so weit, dass sie sich eingesteht, überfordert zu sein und sucht aktiv nach Hilfe und Tipps.

Alle, die nicht mit Kindern mit ADHS zu tun haben, werden dieses Keyword niemals bei Google eintippen, weil es sie einfach nicht betrifft.

Andere fühlen sich vielleicht auch mit einem Kind überfordert, aber aus einem anderen Grund. “überfordert mit kind haushalt arbeit” wird zum Beispiel 30 Mal pro Monat gesucht, aber durch die Formulierung merkst Du schon: Das Problem ist ähnlich, aber nimmt eine andere Richtung.

Ergo: Du kannst über konkrete Keywords mit kleinem Suchvolumen viel genauer steuern, wen Du erreichst.

4. Wer konkrete Keywords googelt, ist tendenziell auch eher kaufbereit

Was nützen Dir Tausende Leute auf Deiner Website? Per se erstmal gar nichts. Sie werden nicht automatisch zu Deinen Kund:innen, nur weil sie irgendwie Deine Website gefunden haben.

Sie alle durchlaufen eine Kundenreise: Am Anfang merken sie vielleicht gerade erst, dass sie ein Problem haben, wissen aber noch überhaupt nicht, welche Lösungsansätze es gibt. Also fangen sie an zu recherchieren und verschaffen sich einen Überblick. Noch später vergleichen sie verschiedene Lösungen miteinander. Und erst ziemlich spät sind sie so weit informiert, dass sie mit gutem Gefühl buchen können.

In Sachen SEO kommt hier einmal mehr die Frage ins Spiel, wie ein Keyword formuliert ist: Jemand, der direkt nach “selbstfürsorge kurs” googelt (20 Suchanfragen pro Monat) ist eher bereit, auch sofort zu buchen als jemand, der allgemein nach “selbstfürsorge” (Suchvolumen von 4.400) sucht.

Faustregel:

Je weiter Suchende in der Kundenreise sind, desto schneller sind sie bereit, etwas zu kaufen.

Am Anfang der Kundenreise musst Du oft noch mehrere Wochen lang Vertrauen über Social Media, Newsletter oder andere Kanäle aufbauen.

Wenn ein Keyword also klar und deutlich auf ein konkretes Angebot abzielt, kann es sich für Dich lohnen – auch ohne riesiges Suchvolumen.

Fazit: Geringes Suchvolumen ist kein Ausschlusskriterium für Deine Keywords

Ich hoffe, ich konnte Dir einen Einblick geben, wie vielschichtig das Thema Suchvolumen ist – und mit dem Mythos aufräumen, Keywords mit kleinem Suchvolumen seien automatisch nichts wert. Ist einfach nicht so!

Meine Empfehlung: Mische durch. Schreib mal einen Text zu allgemeineren Themen mit großem oder mittlerem Suchvolumen, aber nutze auch ganz bewusst die Macht der kleinen, nischigen Keywords.

So stellst Du Dich in Deiner SEO-Strategie breit auf, deckst verschiedene Stadien der Kundenreise ab und kannst sowohl kurz- als auch langfristig Erfolge erzielen.

Du willst noch tiefer ins Thema SEO einsteigen und möglichst schnell und effizient bei Google nach vorne kommen? Dann nimm gern meinen Spickzettel mit, bevor Du gehst! Für 0 Euro verrate ich Dir darin die 11 (+1) häufigsten SEO-Fehler und wie Du sie vermeidest: Damit Du mit Deiner Website schneller vorankommst. 🙂

Jane von Klee

Jane von Klee

ist Spezialistin für Human SEO: Suchmaschinenoptimierung von Menschen für Menschen. Ihre Methode ist speziell für Selbstständige konzipiert:

  •  So effizient und zeitsparend wie möglich,
  •  mit Fokus auf empathische, an den Bedürfnissen der Leser:innen ausgerichtete Texte,
  •  mit Raum für individuelle und kreative Lösungen.

4 Kommentare

  1. Mara

    Liebe Jane,
    vielen Dank für diesen Artikel! Der verändert für mich wirklich einiges! Ich habe so viele kleine Keywords auf meiner Liste, über die ich gerne schreiben würde, bisher aber dachte, es würde sich nicht lohnen…
    Klasse! Damit lege ich jetzt doch los 😃
    Nochmal vielen Dank und liebe Grüße,
    Mara

    Antworten
    • Jane von Klee

      Hei Mara,
      ich freue mich, dass der Artikel Dir etwas gebracht hat und wünsche Dir ganz viel Freude und Erfolg beim Schreiben und Optimieren! 🙂

      Antworten
  2. Sarah Gross

    Die Analogie mit dem Stadtfest als Suchvolumen-Party war genial! Danke für die erfrischende Art, komplexe Konzepte so zugänglich zu machen. Ich freue mich auf mehr von deinen inspirierenden Beiträgen!
    Liebe Grüße,
    Sarah

    Antworten
    • Jane von Klee

      Hei Sarah,

      an eine Stadtfest-Analogie kann ich mich gar nicht erinnern, aber es freut mich sehr, dass Du meine Art zu erklären magst! 🙂

      Viele Grüße

      Jane

      Antworten

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