Grafik mit der Aufschrift: Die 9 häufigsten Website-Fehler

Seit fast vier Jahren habe ich mittlerweile meinen Website-Check im Angebot: Selbstständige können ihn buchen, wenn ihre Website noch nicht für sie arbeitet, aber sie unsicher sind, woran das liegt. Mein Team und ich durchleuchten die Website dann gründlich von oben bis unten, schauen uns Texte, Aufbau und Struktur, Technik und SEO an und finden heraus, wo es hakt.

Dabei habe ich festgestellt: Einige Website-Fehler finden wir fast überall. Sie wiederholen sich wieder und wieder und wieder.

Die neun häufigsten Stellschrauben möchte ich heute gern mit Dir teilen. Vielleicht ist eine dabei, die auch Deine Website noch überzeugender macht?

Das ist wahrscheinlich das Häufigste aller Website-Probleme: Es ist nicht sofort klar, worum es auf der Seite eigentlich geht.

Im Laufe der vergangenen Jahre hat es immer wieder Untersuchungen gegeben, wie sich Menschen im Internet verhalten. Dabei hat sich gezeigt: Sie entscheiden innerhalb weniger Sekunden, ob sie sich eine Website überhaupt näher ansehen oder gleich wieder gehen. Manche Quellen sprechen von drei bis vier Sekunden, andere von zehn. Auf jeden Fall bleibt Dir nicht viel Zeit.

Natürlich gibt es verschiedene Faktoren, die die Entscheidung potenzieller Kund:innen beeinflussen. Wenn sie aber auf Deine Seite kommen und von Anfang an nur “Hä?” denken, hast Du echt schlechte Karten.

Besucher:innen Deiner Website sollten auf Anhieb erkennen:

  • Was ist das Thema der Seite?
  • Für wen ist das hier? Beziehungsweise: Bin ich hier richtig?
  • Was bekomme ich hier konkret?
  • Warum sollte mich das interessieren? Was habe ich davon?

Prüfe vor allem den Bereich Above the fold, also den Teil einer Seite, der noch vor dem Scrollen ganz oben zu sehen ist. Besonders wichtig sind Deine Überschrift und die ersten ein bis drei Sätze. Hinweise aufs Thema kannst Du aber zum Beispiel auch ganz unauffällig durch ein Bild geben, durch Dein Logo oder durch die Bezeichnungen im Menü.

Ich nenne als Beispiel gerne Hello Fresh.

Besucher:innen Deiner Website sollten auf Anhieb erkennen:

  • Was ist das Thema der Seite?
  • Für wen ist das hier? Beziehungsweise: Bin ich hier richtig?
  • Was bekomme ich hier konkret?
  • Warum sollte mich das interessieren? Was habe ich davon?

Die schreiben nur wenig und trotzdem ist sofort klar, worum es bei ihnen geht. Das Bild zeigt Lebensmittel. In Menü und Button ist von Kochboxen die Rede. Im Text wird dann der Nutzen transportiert. Ein stimmiges Zusammenspiel!

Beispiel für die Struktur einer Website mit Bild und Text im Header

Bei anderen Themen darf der Above-the-fold-Bereich aber auch deutlich textlastiger sein – bei Coaches und Berater:innen zum Beispiel.

Website-Fehler 2: Die Nutzerführung ist diffus

Besucher:innen, die zum ersten Mal auf Deiner Website sind, kennen sich nicht aus. Alles ist neu für sie, sie kennen anfangs noch nicht mal Dein Thema. Damit Du sie auf dem Weg vom ersten Aufmerksamwerden bis zum Kauf nicht verlierst, solltest Du sie freundlich an die Hand nehmen und gezielt über Deine Seite führen. Sag ihnen durch Calls-to-Action (Handlungsaufforderungen), Buttons und Links im Text, was sie als nächstes tun und wo sie klicken sollen!

Damit Du das tun kannst, solltest Du Dir natürlich erstmal selbst klar über den optimalen Weg werden. Was ist das Ziel Deiner Website als Ganzem? Welche Zwischenziele haben die einzelnen Unterseiten? Was sollen Besucher:innen optimalerweise tun, damit sie und Du vor Freude hüpfen?

Anschließend formulierst Du ganz klar und deutlich: “Wenn Du XY erreichen möchtest, tu dies. Und wenn es Dir folgendermaßen geht, klick hier.”

Achte außerdem auf Dein Menü: Es sollte möglichst übersichtlich sein und aussagekräftige Bezeichnungen enthalten.

Website-Fehler 3: Deine Texte sind belanglos und austauschbar

Wirbst Du auf Deiner Website mit so weiten Begriffen wie “Glück”, “Zeit”, “Zufriedenheit”, “Entspannung”, “Nachhaltigkeit”, “Selbstvertrauen” oder “Herzensbusiness”? Dann ist das ein Zeichen, dass Deine Texte noch nicht auf den Punkt kommen.

Das Problem ist: Begriffe wie die genannten können alles und nichts bedeuten.

Glück zum Beispiel ist für jeden etwas anderes. Wenn Du nun so etwas wie “Mehr Glück und Zufriedenheit” versprichst, ist das in der Theorie schön – wird in der Praxis aber die meisten Menschen nicht erreichen. Erstens, weil man solche Ausdrücke an jeder zweiten Ecke liest und sie einfach ausgelutscht sind. Zweitens, weil sie keine Bilder in die Köpfe Deiner Kund:innen malen. Dadurch werden sie ganz schnell wieder vergessen.

Schreib doch lieber konkret, wie dieses Glück aussehen kann. Springen Deine Kund:innen nach eurer Zusammenarbeit jeden Morgen singend aus dem Bett? Grinsen sie von einem Ohr zum anderen? Oder laufen sie beschwingt wie ein Kind im Hopserlauf zur Arbeit? Je konkreter und bildlicher Du schreibst, desto eher fühlen sich Kund:innen angesprochen und behalten Dich im Gedächtnis.

Ähnlich ist es mit Floskeln wie “qualitativ hochwertig”, “mit Wohlfühlfaktor” oder “mit Herz und Verstand”. Gääääääähn. Alles schon zu oft gesehen.

In diesem Blogartikel zeige ich Dir, wie Du bessere Website-Texte schreiben kannst.

Und hier verraten zehn verschiedene Texter:innen, wie Du leere Floskeln vermeidest oder durch bessere Formulierungen ersetzt.

Website-Fehler 4: Deine Texte sind schlecht strukturiert

Die meisten Menschen lesen einen Website-Text nicht von vorne nach hinten durch wie ein Buch. Erstmal überfliegen sie nur, denn sie wollen ihre wertvolle Zeit nicht mit einem Text verschwenden, der sie nicht weiterbringt.

Wenn Deine Kund:innen beim Überfliegen etwas entdecken, das sie spannend finden, lesen sie genauer. Finden sie nichts, gehen sie wieder.

Google geht es in dieser Hinsicht übrigens ganz ähnlich.
Aus diesem Grund solltest Du das Überfliegen Deiner Texte so einfach wie möglich machen. Konkret bedeutet das:

  • Finde einen logischen roten Faden für Deine Texte.
  • Verwende Zwischenüberschriften.
  • Fette wichtige Wörter (aber nicht zu viele, sonst verfliegt der Effekt).
  • Nutze Aufzählungspunkte, Tabellen und Grafiken.

Website-Fehler 5: Das Design ist altbacken oder überladen

Das Design Deiner Website kann in drei verschiedene Richtungen schief laufen.
  1. Das Design sieht aus, wie frisch den 90ern entlaufen. Altbacken und staubig. Dieser Eindruck überträgt sich dann leider auch schnell auf Dich und Dein Angebot – selbst wenn er gar nicht stimmt. Kund:innen könnten sich fragen: Wenn sie ihre Website schon nicht auf dem neuesten Stand hält, sind dann auch ihre Methoden veraltet? Stell Dein Design deshalb ruhig alle paar Jahre mal auf den Prüfstand.
  2. Dein Design ist modern, aber überfrachtet. Zum Beispiel mit Animationen an jeder Ecke. Überall blinkt irgendwas, Bilder kommen aus verschiedenen Ecken eingeflogen. Das sieht auf den ersten Blick vielleicht cool aus, überfordert aber, wenn es zu viel wird. Wie beim Kochen: Ein bisschen Salz macht das Essen lecker. Ein ganzes Fass erzeugt Äksebäkse.
  3. Du wählst das Design danach aus, was Dir selbst gut gefällt – machst Dir aber keine Gedanken darüber, was Deine Kund:innen anspricht. Farben, Schriften und Bilder haben eine Wirkung. Es lohnt sich, Dich damit zu beschäftigen. Oder einen Profi zu beauftragen.

Website-Fehler 6: Du vernachlässigst SEO

Die schönste Website bringt nichts, wenn sie niemand sieht. Du kommst deshalb nicht drumherum, Marketing zu betreiben – immer mit dem Ziel, dass zum Schluss potenzielle Kund:innen auf Deiner Website landen.

Dazu musst Du nicht unbedingt Suchmaschinenoptimierung (SEO) nutzen. Du kannst auch die sozialen Medien bespielen, einen Podcast starten oder regelmäßig Videos auf YouTube posten und dabei immer auf Deine Website verweisen. Allerdings wird kein anderer Kanal im Internet so frequent genutzt wie Google. SEO ist daher durchaus naheliegend, wenn Du Dir mehr Besucher:innen auf Deiner Website wünschst.

Nun ist es so, dass SEO ein langfristiges Thema ist. In der Regel dauert es mehrere Monate, bis Du Ergebnisse siehst. Wenn Du kein:e Dienstleister:in bist, die ausschließlich in einer bestimmten Stadt arbeitet, wirst Du zudem einen Blog brauchen, auf dem Du regelmäßig hilfreichen Content veröffentlichst.

Diese langfristigen Geschichten kannst Du jederzeit starten. Sie laufen Dir nicht weg.

Einige andere Dinge, die wichtig für SEO sind, solltest Du Dir jedoch möglichst früh überlegen. Zum Beispiel, welches Website-System Du nutzt (ich empfehle WordPress), welchen Hoster Du verwendest (ich empfehle Raidboxes wegen der superschnellen Ladezeiten), welchen Domainnamen Du wählst oder wie Du Deine URLs SEO-konform gestaltest.

Auch eine Keyword-Recherche ist von Anfang an sinnvoll, weil sie Dir verrät, was Deine Kund:innen bei Google eintippen. Auf dieser Basis kannst Du dann entscheiden, welche Inhalte Du ihnen überhaupt anbieten möchtest.

Zusammengefasst kann ich also sagen: Du musst nicht von Anfang an ein riesiges Heckmeck betreiben und jede Woche fünf epische Blogartikel veröffentlichen. Einige Grundüberlegungen zum Thema SEO sind aber durchaus ratsam, wenn Du es nicht verdammt schwer bei Google haben und für viele potenzielle Kund:innen unsichtbar bleiben willst.

Wenn Du magst, begleite ich Dich in meinem SEO-Kurs gern Schritt für Schritt persönlich.

Website-Fehler 7: Deine Website ist nicht responsive

Etwa 62,6 Millionen Menschen in Deutschland besitzen ein Smartphone – und die meisten nutzen es auch. In der Straßenbahn, vor der Turnhalle, in der sie gleich ihre Kinder abholen wollen oder abends auf dem Sofa.

Daraus folgt: Die Inhalte Deiner Website sollten sich automatisch verschiedenen Bildschirmgrößen anpassen. Wenn zum Beispiel Schrift auf Handys so klein ist, dass sie niemand mehr lesen kann, sind Deine Kund:innen ganz schnell wieder weg. Noch schlimmer ist es, wenn Text über den Bildschirmrand hinausläuft, sodass nur ein Teil davon zu erkennen ist.

Beispiel Responsive Ansicht Website

Die Schrift auf auf dieser Seite ist auf dem Handy so klein, dass man sie nicht lesen kann. Sie muss erst mit den Fingern größer gezogen werden – und dann ragt sie über den Rand des Bildschirms. Ungut!

Die einfachste Lösung? Ruf Deine Website mal selbst auf dem Handy auf und schau, ob alles funktioniert.

Website-Fehler 8: Du nennst den Ort nicht

Es klingt banal, aber: Auf vielen Websites fehlt der Ort. Da steht dann sowas wie: “Besuch mich in meiner Praxis und wir schauen gemeinsam wie XYZ”. Und als Leserin frage ich mich: “ABER WO IST DEINE PRAXIS?!” Um die Ecke? Oder muss ich zu Dir fünf Stunden mit dem Zug fahren?

Für uns als Dienstleister:in ist diese Information völlig selbstverständlich. Für Leser:innen aber nicht, ganz besonders nicht in Zeiten von Online-Businesses und Zoom-Terminen. Prüfe also, dass der Ort, an dem Du mit Kund:innen arbeiten möchtest, auf Deiner Website ersichtlich ist. Und zwar deutlich und ohne lange zu suchen.

Website-Fehler 9: Deine Website hebt sich nicht von anderen ab

Ich weiß selbst nicht genau, woran es liegt, aber: Innerhalb einer Branche ähneln sich Websites oft sehr. Entweder alle versprechen das Gleiche, das Design ist nahezu identisch oder alle erzählen die gleichen Geschichten.

Ich habe aufgehört, mitzuzählen, auf wie vielen Websites von Fotograf:innen ich schon gelesen habe: “Schon als Kind habe ich gern fotografiert”. Menschen, die mit Tieren arbeiten, erzählen entweder, wie sie als Kind Tiere haben wollten, aber nicht durften oder welche Tiere sie jetzt halten. Und erschreckend viele Texter:innen und Lektor:innen haben eine Schreibfeder im Logo.

Wenn Du nicht in der Masse der Angebote untergehen möchtest, solltest Du versuchen, Dich von Deinen Mitbewerber:innen abzugrenzen.

Schritt 1 ist natürlich, dass Du weißt, was diese machen. Schau Dir ihre Websites also ruhig mal genauer an.

In Schritt 2 hast Du verschiedene Möglichkeiten. Auf der Textebene sind das vor allem diese beiden:

  1. Zeig Deine Persönlichkeit. Menschen kaufen immer von Menschen – und zwar von solchen, die ihnen sympathisch sind. Trau Dich also, von Deinen persönlichen Beweggründen und Antrieben zu erzählen, Meinungen zu teilen, auch wenn sie vielleicht polarisieren und zu reden wie Dir der Schnabel gewachsen ist.
  2. Schreib aktiv auf, wodurch sich Deine Arbeit bzw. Dein Angebot von denen anderer unterscheidet. Hast Du eine eigene Methode entwickelt? Bist Du spezialisiert auf die Bedürfnisse einer bestimmten Zielgruppe (zum Beispiel Mütter oder Introvertierte)? Hast Du ein besonderes Markenzeichen? Oder begrüßt Du prinzipiell alle neue Kund:innen mit einem Kuchen? Dann zeig das!

Fazit: Deine Website darf sich verändern und mit Dir wachsen

Wahrscheinlich hast Du beim Lesen schon gemerkt, dass sich einige Website-Fehler recht schnell und einfach beheben lassen. Deinen Ort aufzuschreiben, dauert zum Beispiel nur wenige Minuten.

Andere Punkte brauchen dafür deutlich mehr Hirnschmalz und Zeit. Gute Texte etwa. Du setzt Dich ja nun nicht einfach hin und sagst: “Achsoooo, ich muss meine Texte verbessern! Na, dann mache ich das mal fix.” Texten ist nicht umsonst ein eigener Beruf, in dem sich viele Menschen über Jahre hinweg fortbilden.

Bevor Du Dir jetzt also Druck machst, alles so schnell wie möglich optimieren zu müssen, möchte ich Dir noch einen wichtigen Hinweis mit auf den Weg geben:

Egal, was Du machst, Deine Website wird niemals perfekt.

Und auch niemals fertig. Sie darf sich entwickeln und mit Dir und Deinem Business zusammen wachsen. Schritt für Schritt.

Stell Deine Website so gut online, wie Du es jetzt in diesem Moment kannst. Sammle dann Feedback, werte die Zahlen in Deinen Analyse-Tools aus und schau mindestens alle sechs Monate selbst auf Deiner Seite vorbei. Dabei werden Dir immer wieder andere Knackpunkte auffallen und neue Ideen kommen, Du wirst mit jedem Durchlauf dazulernen und Deine Website so immer besser und besser machen.

Bereit? Dann wünsche ich Dir jetzt viel Freude beim Optimieren! 🙂

Jane von Klee

Jane von Klee

ist Spezialistin für Human SEO: Suchmaschinenoptimierung von Menschen für Menschen. Ihre Methode ist speziell für Selbstständige konzipiert:

  •  So effizient und zeitsparend wie möglich,
  •  mit Fokus auf empathische, an den Bedürfnissen der Leser:innen ausgerichtete Texte,
  •  mit Raum für individuelle und kreative Lösungen.

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